Das ist gut:

Aus den genannten Zutaten strickt Nintendo, trotz der vergleichsweise schlichten spielerischen Grundthematik des Staubsaugens, ein hochunterhaltsames Abenteuer, das zu keiner Sekunde langweilig wird. Die Kämpfe gestalten sich dank unterschiedlicher Geistertypen nun deutlich abwechslungsreicher und taktischer als noch in den Vorgängern. Manch ein Geist weiß sich beispielsweise zu schützen, weshalb ihr diesem zunächst einmal sein Schild entreißen müsst, bevor ihr ihn überhaupt ansaugen könnt. Besonders viel Laune macht es, die mitunter in großer Zahl auftauchenden transparenten Buben in Gegnergruppen zu schleudern und so ordentlich Schaden anzurichten. Und wenn dann erst mal die Bossgegner auftauchen, müsst ihr eure Fähigkeiten klug kombinieren, um dem Obermotz beizukommen.

Aber natürlich stehen in „Luigi’s Mansion 3“ nicht nur Kämpfe, sondern auch das Erkunden des erstaunlich weitläufigen Hotels auf dem Plan. Jenes unterteilt sich in mehrere Etagen, die ihr erst dann erreicht, wenn ihr den Bossen die entsprechenden Knöpfe für den Fahrstuhl abgerungen habt. Geht es in den unteren Bereichen noch zu, wie man es von einem Hotel erwarten würde, wandert ihr weiter oben schon bald durch eine Disco, ein Filmset und sogar eine Wüste mit Pyramide. Für optische Vielfalt ist also mehr als gesorgt, und mit dem Lösen der vielen (zum Teil erstaunlich knackigen) Rätsel, der Suche nach versteckten Juwelen und Buu Huus freilich auch für spielerische.

Außerordentlich gut gefällt uns die Präsentation von „Luigi’s Mansion 3“, das sich mal eben zu einem der schönsten Titel auf der Switch überhaupt aufschwingt. Besonderes Augenmerk gilt dabei den herzerweichenden Animationen von Luigi, dem die Angst wortwörtlich am Gesicht abzulesen ist. Der vor Furcht bibbernde Kerl könnte einem fast schon leidtun, wenn das Ganze nicht so urkomisch in Richtung Slapstick inszeniert wäre. Dabei läuft das Geschehen selbst bei der größten Raumverwüstung stets flüssig über den Bildschirm und geizt nicht mit liebevollen Details. Das hätten wir der Switch so nicht unbedingt zugetraut.

Für gesellige Runden hat „Luigi’s Mansion 3“ neben dem Koop-Modus noch zwei Mehrspielermodi an Bord. Lokale Couch-Kumpel toben sich mit bis zu acht Teilnehmern in drei Minispiel-Varianten im „Polterpark“ aus. Eingeteilt in zwei Teams geht ihr auf Geisterjagd, sammelt Münzen in einem Pool und feuert auf Zielscheiben. Den „Wirrwarrturm“ könnt ihr, ebenfalls mit bis zu acht Spielern, auch online angehen. Eine entsprechende Nintendo-Online-Mitgliedschaft vorausgesetzt. Hier gilt es, sich einen prozedural generierten Turm hochzukämpfen und dafür Seite an Seite einer steigenden Anzahl Gespenster beizukommen.