Erzählerisch wird euch in „Litte Nightmares II“ nichts vorgekaut, gesprochen wird ohnehin nicht. Das Spiel will emotional und nicht kognitiv packen, weshalb die Hintergründe der Ereignisse ebenso vage bleiben, wie die Herkunft der Figuren. Und obschon es sich ganz klar dem Horror-Genre zuordnen lässt, benötigt es keinerlei plumpe Jump-Scares, um uns die Haare zu Berge stehen zu lassen.

Vielmehr spielt „Little Nightmares II“, durch den geschickten Einsatz von Farben, Filtern, Licht und einer beeindruckend unheilvolle Soundkulisse, die ganz tiefen Töne auf der Klaviatur des Schreckens. Jene, bei denen man das unangenehme Gefühl hat, dass einem irgendetwas unendlich langsam die Decke wegzieht oder man sich nicht bewegen kann, obwohl man doch eigentlich davonrennen sollte.

Zwar werden dabei eher infantile Empfindungen bemüht, wie tief diese aber sitzen, wurde uns beim Spielen mehr als einmal unangenehm bewusst. So haben wir uns zum Beispiel immer wieder dabei ertappt, dass wir Six’ Hand ergriffen haben. Eine in spielerischer Hinsicht vollkommen unnötige Funktion, da die Kleine uns auch so zuverlässig folgt. Aber inmitten dieses Albtraumes hatte diese Geste etwas Beruhigendes.

Ob dies dem tiefen Drang geschuldet war, Six beschützen zu wollen, oder wir am Ende selber Trost und Schutz gesucht haben, wissen wir nach gut sechs Stunden Spielzeit bis zum packenden Finale jedoch selber nicht so ganz genau.

Fazit:

Intensiver Grusel-Trip mit Unwohlfühl-Garantie. „Little Nightmares II“ kommt mit deutlich mehr Umfang und Abwechslung daher als der Vorgänger und kitzelt durch die stilsichere und teils verstörende Inszenierung unbewusste Urängste hervor, ohne sich dabei auf plumpe Schockmomente berufen zu müssen. Spielerisch kommen ein paar willkommene frische Elemente hinzu, leider gestaltet sich aber die Steuerung aber etwas ungenau, was insbesondere bei den neuen Kämpfen nerven kann.

„Little Nightmares II“ ist für Nintendo Switch, PlayStation 4, Xbox One, Google Stadia und PC erhältlich. Optimierte Versionen für PS5 und XBOX Series sollen folgen.