Immerhin sind sich die Autoren dessen bewusst, und kokettieren zuweilen sogar damit. Die Tonlage selbstreferenziellen Humors klingt insgesamt aber leider viel zu selten durch. Was schade ist, hätte diesen den platten Charakteren und der knapp fünf bis sechsstündigen Geschichte doch äußerst gut getan.

Zwar bietet Letztere mehrere verschiedene Enden, spätestens beim zweiten Durchlauf merkt man aber, dass die getroffenen Entscheidungen letztlich doch nicht so viel Gewicht haben, wie es uns das Spiel glauben machen möchte.

Leider ist zudem die deutsche Synchro teils arg unglücklich geraten. Nicht nur, dass dabei der mittelalterliche Akzent der Menschen verloren geht, auf die man in der Vergangenheit trifft, auch sind einige Sprecher unpassend gewählt oder schlicht und einfach nicht gut in ihrem Job. Spielt wenn möglich also auf Englisch.

Und spielt wenn möglich außerdem online zu zweit. Hier erlebt ihr, je nach Wahl der Figur, nämlich Szenen, die Solisten vorbehalten bleiben. Immer dann, wenn sich die Gruppe trennt, trennt ihr euch auch von eurem Online-Partner und erlebt die Story aus verschiedenen Perspektiven. Ein Feature, das bereits im Vorgänger äußerst gut funktioniert hat, und gehörig zur Stimmung beiträgt. Aber wir wollen hier nicht zu viel verraten.

Etwas weniger unterhaltsam gestaltet sich der Filmabend-Modus. Hier versammelt ihr am besten fünf Mitspieler auf der Couch, wobei jeder einen Charakter lenkt. Allerdings mit dem gleichen Pad, das immer weitergereicht wird. Das sorgt logischerweise für lange Wartezeiten, die wiederum der Spannung abträglich sind.

Ansonsten hatten wir noch mit einigen Bugs zu kämpfen. Dass die Tonspur plötzlich aussetzt war dabei freilich weniger wild als ein Spielabsturz auf der PS4, der uns dazu noch den Spielstand zerschossen hat, so dass wir komplett von vorne beginnen mussten. Was das betrifft wird aber sicherlich schnell nachgepatcht werden.

Hoffentlich auch in Sachen Bildrate, denn sowohl auf der PS4 Pro als auch auf der Xbox One X läuft das Spiel alles andere als flüssig. Ansonsten sind uns zwischen den beiden Konsolenversionen keine nennenswerten qualitativen Unterschiede aufgefallen.

Fazit:

Das perfekte Spiel für Halloween! Der zweite Teil der „Dark Pictures Anthology“ ist abermals nichts für sensible Gemüter, geizt „Little Hope“ doch nicht mit Schreckmomenten und explizitem Body-Horror. Unterm Strich wird zwar arg tief in die Klischee-Kiste gegriffen, der dichten Grusel-Atmosphäre, irgendwo zwischen „Silent Hill“ und „Blair Witch Project“, tut dies jedoch keinen Abbruch.

„The Dark Pictures Anthology: Little Hope“ ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.