Es ist heutzutage nicht leicht, ein Mann zu sein. Einerseits soll man immer noch auf Frauengeheiß Bäume fällen und Spinnen fangen, andererseits muss man befürchten, von einem fackelschwingenden Mob durch die Stadt gejagt zu werden, wenn man öffentlich zu Gendern vergisst. Probleme, mit denen sich 80er Ikonen vom Schlage eines Larry Laffer freilich nie herumschlagen mussten. Für den kultigen Held der Adventure-Reihe „Leisure Suit Larry“ stellte sich die Geschlechterfrage gar nicht erst. Es gab Schürzen und es gab ihn. So einfach war das damals!

Aber würde ein Mann mit einem derart antiquierten Weltbild auch in unserer Gegenwart zurechtkommen? Diese Frage haben sich die Hamburger Spiel-Entwickler von „CrazyBunch“ auch gestellt und dem sympathischen Lüstling ein neues Abenteuer nach alter Tradition spendiert. Wir haben anlässlich der Gamescom reingeschaut und verraten euch, ob „Wet Dreams dont‘ Dry“ die enttäuschenden letzten Serienteile (die wohlgemerkt aus anderen Häusern stammten) vergessen machen kann.

Darum geht’s:

Zu Beginn des Point-and-Click-Adventures erwachen wir in einem dunklen Raum, der sich als eine Art Labor entpuppt, welches Serienkennern bekannt vorkommen dürfte. Wie sich kurz darauf zeigt, muss Larry verdammt lange geschlafen haben, denn er befindet sich nicht mehr im Jahr 1987, sondern ist aus unerklärlichen Gründen in unserer modernen Zeit gelandet. Zwar gibt es immerhin noch bekannte Orte wie „Leftys Bar“, aber der Rest ist dem verwirrten Mann vollkommen fremd, der aussieht und ein Gebaren an den Tag legt, als habe er gestern noch zu „Night Fever“ getanzt.

Die Frauen dieser Zeit reden bloß noch von Dingen wie „Instacrap“ oder „Farcebook“, starren dauernd in leuchtende Kästen und bezeichnen sich als „Influencer“. Larry versteht die Welt nicht mehr, doch als es gilt, die heiße Chefassistentin des Prune-Konzerns (Prune = Pflaume, ihr versteht?!) für sich zu gewinnen, wird nicht lange gefackelt. Diese geht nämlich nur mit Männern aus, die einen ausreichend hohen Dating-Score auf Timber erreicht haben.

Zeitreise hin, Zeitreise her: Wenn es darum geht, Frauen aufzureißen, lässt sich ein Larry Laffer natürlich nicht lange bitte. Doch Ärger ist vorprogrammiert, wenn ein lüsterner Dinosaurier aus den 80ern durch das Minenfeld der politischen Korrektheit unserer Neuzeit trampelt.