Es soll ja Menschen geben, die Videospiele verdammen, da man über diese gewalttätige Handlungen eintrainiert. Besonders pikant wird es für die Moralapostel, wenn wir Controller nutzen, die echten Waffen nachempfunden sind. Immerhin sind die Dinger offenbar mittlerweile so realistisch, dass selbst Kriminelle den Unterschied nicht bemerken.

So geschehen in Oakland, im schönen Bundesstaat Kalifornien. Dort trainierte ein 24-Jähriger gerade gewalttätige Handlungen vor seiner Konsole ein, als plötzlich ein fremder Mann in seiner Wohnung stand, der sich widerrechtlich Zutritt verschafft hatte. Der Fremde fragte nach einer Person, die der Wohnungsbesitzer nicht kannte, der aus gutem Grund misstrauisch wurde. Da er sich nicht anders zu helfen wusste, hob er einfach seinen Controller, den er von der Spielsession noch in Händen hielt, und richtete diesen auf den Eindringling. Der Zocker wird sich für den Kauf des Zubehörs im Nachhinein noch auf die Schulter geklopft haben, denn die Waffenreplik wirkte so echt, dass er den eingeschüchterten Fremden damit ohne weiteres in Schach halten konnte. Er rief die Polizei, die den vermeintlichen Einbrecher nur noch einpacken musste.

Dem zugrundeliegenden Bericht zufolge wird der Verhaftete – übrigens 23 Jahre alt, sprich generationsbedingt der Welt des Zockens nicht unbedingt fern – nun des Diebstahls, des Hausfriedensbruchs und der Durchführung einer kriminellen Handlung beschuldigt.
Leider wird nicht erwähnt, um welchen Controller es sich genau gehandelt hat. Das wäre doch mal eine prima Werbung gewesen, erst recht in den USA.

Foto: DeltaSix