Wer als Playstation-4-Besitzer einfach mal nach der Arbeit bei einem Spielchen entspannen und die Seele baumeln lassen möchte, der hat es nicht leicht. Das Gros der Titel hält einen mit krachenden Effektgewittern quasi unentwegt unter Strom, während aus allen Ecken und Enden auf einen geballert wird. Macht doch einfach mal eine Pause und gönnt euch stattdessen Knack 2, ein familiengerechtes Action-Adventure, das ihr sogar mit euren Kids gemeinsam zocken könnt.

Darum geht’s

Knack, Knack… da war doch was?! Richtig. Der erste Teil sollte 2013 als Launchtitel mit schicken Partikeleffekten protzen und der damals noch jungen Playstation 4 ein Maskottchen liefern. Bei der Presse fiel der Titel aufgrund chronischer Langeweile zwar gnadenlos durch, konnte sich aber wohl dennoch gut genug verkaufen, um eine zweite Chance zu rechtfertigen. Und diese wurde genutzt.

In Knack 2 steuert ihr ein Wesen, welches eine Vielzahl kleiner Objekte an seinen in der Ursprungsform mickrigen Körper binden und somit seine Größe verändern kann. Ihr wechselt jederzeit auf Knopfdruck zwischen klein, um durch enge Passage zu schlüpfen, oder groß, um garstige Kobolde oder fiese Roboter zu verkloppen. Letztere haben nämlich eure Stadt angegriffen, weshalb ihr euch als selbsternannter Retter der Menschheit gemeinsam mit eurem jugendlichen Menschenkumpel Lucas und dem verwegenem Abenteurer Ryder aufmacht, um herauszufinden, wer oder was hinter dem Angriff steckt.

Das ist gut:

Die Macher rund um PS4-Papa Mark Cerny haben sich die Kritik an dem Vorgänger offensichtlich sehr zu Herzen genommen und das Spielerlebnis nun deutlich abwechslungsreicher gestaltet. Anstatt sich immer nur mit den gleichen Moves durch die Gegnerpalette zu schnetzeln, habt ihr nun deutlich mehr Möglichkeiten, dem Feind zu Leibe zu rücken. Das ist auch nötig, da einige der fiesen Gesellen sich nicht einfach so aus den Latschen hauen lassen und spezielle Taktiken erfordern.

Insgesamt erlernt ihr im Spielverlauf 35 neue Fähigkeiten, die sich nach und nach freischalten lassen. An bestimmten Stellen verwandelt ihr euch zudem in Sonderformen, wie Metall- oder Eis-Knack. Aufgelockert wird das Ganze immer wieder durch Sprungpassagen, diverse Rätsel und Sequenzen, in denen ihr allerlei technisches Gerät steuert.

Optisch wird ein bunter Reigen an Szenarien geboten, deren Vielzahl an zerstörbaren Objekten dem komplex animierten Helden jedoch nicht die Schau stehlen kann. Wir haben uns immer wieder dabei ertappt, wie wir Knack nur so zum Spaß haben schrumpfen lassen, um uns an der glaubwürdigen Physik der herabfallenden Partikel zu erfreuen. Musik und deutsche Sprecher bewegen sich auf hohem Niveau.

Wie anspruchsvoll das Ganze wird, bestimmt ihr über die vier Schwierigkeitsgrade selbst, aufgrund der fair gesetzten Checkpoints und der Möglichkeit, schwierige Passagen zu überspringen, dürften selbst blutige Anfänger ihren Spaß mit Knack 2 haben. Vor allem, wenn ein Kumpel das zweite Pad übernimmt, was sogar spezielle Koop-Manöver ermöglicht. Offline, wohlgemerkt!

Das ist schlecht:

Knack 2 richtet sich natürlich an eine jüngere Zielgruppe, aber selbst dieser dürfte die hoffnungslos banale Story nicht lange im Gedächtnis haften bleiben. Ältere Semester könnten die Charaktere sogar als unsympathisch empfinden, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Das gilt freilich auch für den Stil der Grafik. Die Technik dahinter ist abseits der Animation des Helden jedoch reichlich mau, und lässt über weite Strecken kaum Fortschritt gegenüber dem Erstling erkennen. Und der ist immerhin schon vier Jahre alt!

Erschwerend kommen Kameraprobleme hinzu, die vor allem im Koop-Modus selbst einfache Sprungpassagen zu einem Geduldsspiel machen, sowie das stete Gefühl, nichts wirklich Neues geboten zu bekommen.

Knack 2 ist ab sofort exklusiv für Playstation 4 erhältlich.

Endlich mal wieder ein Spiel, das ihr mit euren Kindern zocken könnt. Im Gegensatz zum Erstling wird dabei deutlich mehr Abwechslung geboten, so dass ihr spielerisch bis zum Ende gut unterhalten werdet. Inhaltlich und technisch schwächelt Knack 2 allerdings.