Das ist gut:

„Jurassic World Evolution“ gibt euch in Form von Aufträgen – die den drei konkurrierenden Abteilungen Wissenschaft, Sicherheit und Unterhaltung zugeordnet sind – einen roten Faden an die Hand, der zu Beginn als Tutorial fungiert und im weiteren Verlauf die rudimentäre Geschichte vorantreibt. Stets ein Ziel vor Augen zu haben motiviert ungemein, und ihr lernt auf spielerische Weise alle Aspekte des Spieles kennen.

Züchtet ihr zunächst noch harmlose Edmontosaurier, schickt ihr bald schon Expeditionen auf den Weg, die überall in der Welt nach Genmaterial für weitaus aufregendere Geschöpfe suchen. Habt ihr genug DNA beisammen, dürft ihr später sogar am Genom herumpfuschen, um eure Biester wehrhafter und angriffslustiger zu machen. Klingt nach einer dummen Idee, dient aber dem Amüsement der Parkbesucher, die schließlich was erleben wollen. Da ein Ausbruch eines gepimpten T-Rex infolge unsachgemäßer Haltung, Sabotage oder tobender Naturgewalten für das Publikum jedoch üble Folgen haben kann, solltet ihr nicht bloß Frittenbuden und Merchandise-Tempel bauen, sondern auch Sicherheitsbunker platzieren und stets auf eine funktionierende Stromversorgung achten.

Tobt ein Biest durch euren Park, schickt ihr euer Sicherheitsteam, um die abtrünnige Bestie zu betäuben. Wer mag, schwingt sich selber in den Helikopter und setzt höchstpersönlich zum Schuss an. Doch auch abseits von Krisensituationen dürft ihr euch hinters Lenkrad des Ranger-Jeeps klemmen, frei durch eure Anlage fahren und dabei sogar Fotos von euren Zöglingen schießen.
Habt ihr irgendwann keine Lust mehr, die anfallenden Aufgaben selber zu übernehmen, könnt ihr das Verabreichen von Medizin oder das Befüllen der Futterstellen aber auch einfach an die KI delegieren.

Neben dem alltäglichen Geschäft betreibt ihr Forschung, um neue Gebäude bauen zu können, vorhandene mit Upgrades zu verbessern und vor allem immer aufregendere Genmodifikationen für eure Dinos freizuschalten. Doch Obacht: Je mehr ihr an der DNA herumpfuscht, desto geringer die Lebenserwartung eurer Dinos oder die Wahrscheinlichkeit, dass diese überhaupt schlüpfen.

Es dauert jedoch nicht allzu lange, bis Leben in eure Bude kommt und ehe ihr euch verseht, beginnt auf der zweiten Insel das nächste Bauprojekt, welches ihr dank der bereits betriebenen Forschung gestärkt angeht. Und das ist auch dringend nötig, denn auf der von Unwettern gepeitschten Isla Pena beispielsweise geht es bei weitem nicht so gechillt zu wie auf Las Cinco Muertes.

Einer der Gründe, weshalb es auf Konsolen kaum gute Strategiespiele gibt, ist die Steuerung, die sich in dem Genre ohne Maus traditionell schwertut. Frontier Developements ist in „Jurassic World Evolution“ jedoch das Kunststück gelungen, das Pad so sinnvoll zu belegen, dass jede Aktion problemlos von der Hand geht und ihr schnell und komfortabel durch die Menüs navigiert. Vorbildlich!

Auch die Grafik macht vor allem dank der tollen Dinomodelle sowohl auf der Playstation 4 als auch auf der Xbox One einiges her und läuft auf beiden Systemen absolut flüssig, während der Sound natürlich eine Klasse für sich ist. Neben dem Original-Soundtrack geben sich mit Jeff Goldblum und Chris Pratt auch noch bekannte Gesichter aus dem Film die Ehre, die sich mit guter deutscher Vertonung immer mal wieder bei euch melden und mal mehr, mal weniger sinnvolle Tipps und Anmerkungen auf Lager haben.