Das ist gut:

Wer auch nur eine Folge „Dragon Ball“ gesehen hat, weiß in etwa, was ihn in „Jump Force“ erwartet. Und wer dann auch noch ein Faible für Manga- und Anime-Reihen vom Schlage eines „Hunter x Hunter“, „Yu-Gi-Oh“ oder „Fist of the North Star“ hat, für den wird ein kleiner Traum wahr. Denn die Kämpfe sind den Vorlagen entsprechend derart wuchtig und effektlastig gestaltet, dass es einem Fan die Tränen in die Augen treiben muss, wenn er mit den verschiedenen Signature-Moves des fetten Helden-Casts den Planeten zum Beben bringt.

„Dragon Ball FighterZ“ hat bereits beweisen, wie gut diese schiere Kraft auf dem Bildschirm rüberkommen kann, allerdings wählt „Jump Force“ einen gänzlich anderen Grafikstil und entfernt sich damit mutig von den gezeichneten Originalen. Da die Kämpfe auf unserer Welt stattfinden, erscheinen auch die Figuren im „realistischen“ 3D-Look, was während der flotten Kämpfe enorm cool rüberkommt. Jene wurden bewusst einsteigerfreundlich gestaltet, so dass ihr bereits nach kurzer Einspielzeit mächtige Specials vom Stapel lasst.

Eben jene bilden dann auch den Kern des schlicht gehaltenen Kampfsystems, dessen Buttonlayout für jeden Charakter stets gleich bleibt. Ihr habt eine harte und eine schwere Attacke, die ihr mittels der Schultertasten zu Spezialmanövern ausbaut, könnt blocken, kontern und ausweichen. Ist eine entsprechende Leiste aufgeladen, dürft ihr zudem in eine mächtigere Form wechseln oder den besonders durchschlagskräftigen Ultimate-Angriff zünden.

Die große Kunst ist im Vergleich zu „Dragon Ball FighterZ“ weniger das Fingergeschick beim Initiieren komplexer Tastenkombinationen, sondern vielmehr der taktische Einsatz von Fähigkeiten und Energie. Selbst das Ausweichen oder Sprinten ist durch eine begrenzte Mobilitätsanzeige gedeckelt. Alle drei Figuren eines Teams teilen sich zudem einen Lebensbalken. Entsprechend wichtig ist es, den herannahenden Megaattacken seines Kontrahenten rechtzeitig zu entgehen, denn so ein Special kann euch schon mal locker ein Drittel eures Lebensbalkens kosten.

Mit eurer selbstgestalteten Figur könnt ihr es euren Feinden aber mit gleicher Münze zurückzahlen, ist diese doch in der Lage, sämtliche Manöver der anderen Figuren zu erlernen. Auf diese Art und Weise schraubt ihr nach und nach den Manga-Helden eurer Wünsche zusammen und passt dessen Kampfstil eurer Spielweise an. Stellt euch dabei allerdings auf etwas Grinding ein, wenn ihr euch einer Stufe-Zehn-Herausforderung nicht unbedingt mit einer Stufe-Fünf-Figur stellen wollt. Natürlich könnt ihr auch aus so einem Match siegreich hervorgehen, das setzt jedoch das dazu nötige spielerische Können voraus…