Das ist gut/schlecht:

Zunächst einmal ist hervorzuheben, dass „Hot Wheels Unleashed“ das Flair der kultigen Miniaturfahrzeuge umwerfend einfängt. Die teils auf echten Modellen basierenden, teils der Fantasie irrer Spielzeugdesigner entsprungenen Fahrzeuge sind so detailverliebt gestaltet worden, dass man sie sich am liebsten direkt in das Regal stellen möchte. Von Promis wie „K.I.T.T.“ aus „Knight Rider“ oder dem zeitlosen DeLorean aus „Back to the Future“, bis hin zum Motosaurus oder dem insektenartigen RD-O2 findet sich hier alles, was das Miniauto-Herz begeht.

Wie auch die Strecken an sich, bestechen die Modelle durch kleinere Macken – ganz so wie man sein Spielzeug nach vielen Jahren der Nutzung eben in Erinnerung hat. Im Laufe der rüpeligen Rennen ist unter Kratzern das Plastik zu erkennen, man sieht Fingerabdrücke, Scharten in den Streckenelementen und sogar Luftblasen unter unsauber aufgebrachten Aufklebern. Herrlich.

Insgesamt kommt die Grafik aber eher unspektakulär daher. Dafür läuft es auf PS5 und Xbox Series X wunderbar flüssig, ohne merkliche Einbrüche in der Framerate. Und auch Bugs sind uns nicht aufgefallen. Ist ja nicht selbstverständlich dieser Tage. Technisch tun sich beide Versionen nichts. Die Einbindung der adaptiven Trigger des PS5 Pads fällt kaum in die Waage.

Um sich an einer großen Sammlung digitaler Hot Wheels ergötzen zu können, gilt es, Rennen zu gewinnen – und das nicht zu knapp. Denn neue Fahrzeuge bekommt ihr nur selten geschenkt. Das Gros muss blind aus Lootboxen gezogen werden, welche ihr glücklicherweise lediglich mit Ingame-Währung erwerben könnt. Noch jedenfalls, denn schon jetzt gibt es einzelne Fahrzeuge und auch einige Streckenteile für den Editor nur über den 29,99 Euro teuren Zusatzpass.

Bis ihr die 66 Boliden gesammelt habt, dürfte aber etwas Zeit vergehen, da die Boxen recht teuer sind und natürlich auch die Gefahr besteht, dass ihr Autos doppelt zieht. Diese dürft ihr dann aber zumindest wieder verscherbeln oder auseinandernehmen, um mit den Teilen eure Lieblinge in den Aspekten Geschwindigkeit, Beschleunigung, Handling und Bremskraft zu verbessern.

Daneben kommt auf der Strecke aber vor allem dem Boost große Bedeutung bei, den es je nach Fahrzeug in zwei Versionen gibt: Entweder als ein einziger Balken, den ihr nach eigenem Gusto dosiert einsetzt, oder in einzelnen Blöcken, die euch auf Knopfdruck einen festgelegten Schub verleihen. Die Energie für den Boost füllt ihr, indem ihr gekonnt driftet – das zweite wesentliche Element der Rennen.

Erst wenn ihr sowohl das Driften als auch den gut getimten Einsatz der Boosts verinnerlicht habt, fahrt ihr auch auf den höheren der vier Schwierigkeitsgrade an der Spitze mit. Während ihr auf der leichtesten Stufe selbst mit einer Hand gewinnen könntet, wird es auf der zweiten schon überraschend fordernd, so dass auf den zunehmend komplexer werdenden Strecken nach kurzer Zeit bereits Geschick und Können vonnöten sind.