Der 2011 erschienene First Person Shooter ‘Homefront’ machte weniger durch seine technischen Qualitäten, als eher durch sein originelles Setting von sich reden. Das Spiel an sich fiel bei Presse und Kunden durch, die Idee eines von Nordkorea besetzten Amerikas blieb jedoch haften. Und so wurde ein Nachfolger geplant, der letztlich allerdings erst eine ganz schöne Entwicklungs-Odyssee hinter sich bringen sollte. Ohne euch mit Details langweilen zu wollen: Es ist vollbracht! Mit dem Vorgänger hat der Open-World-Shooter ‘Homefront: The Revolution’ nicht mehr allzu viel gemein. Aber angesichts der schlechten Wertungen damals war das sicherlich auch so gewollt!

    
Darum geht es:
Amerika ist überrannt worden. Dummerweise hat man nämlich sehr viel mehr Geld, als zur Verfügung stand, in Waffen der dubiosen nordkoreanischen Firma APEX investiert. Dort bedurfte es nur eines Knopfdruckes, um diese zu deaktivieren und damit den gesamten amerikanischen Militärapparat auf einem Schlag wehrlos zu machen. Kurz darauf marschiert die Koreanische Volksarmee (KVA) ein und etabliert eine Terrorherrschaft. Doch im Untergrund regt sich der Widerstand! Ihr seid der jüngste Spross einer noch kleinen Revolutionsbewegung und habt die Aufgabe, eure Heimatstadt Philadelphia zu befreien. Dummerweise wurde auch noch der charismatische Anführer Benjamin Walker entführt, und harrt seiner Rettung.
Mit dieser Prämisse macht ihr euch auf, in den in Zonen eingeteilten Stadteilen diverse Aufgaben zu erfüllen. In den roten Gebieten regiert das Gesetz der Gewalt, treffen in diesen zerstörten Gegenden der Stadt doch KVA-Soldaten auf die umherstreunenden Widerstandskämpfer. In den gelben Zonen hat sich dagegen der Großteil der Zivilbevölkerung unter Aufsicht der Besetzer versammelt, weshalb leises Vorgehen und Guerilla-Taktiken angesagt sind. Und wenn ihr alles richtig macht, und fleißig Nebenaufgaben erfüllt, gelingt es euch womöglich sogar, die Bevölkerung aufzustacheln und damit eine offene Revolution anzuzetteln!



Das ist gut:
‘Homefront: The Revolution’ ist immer dann am stärksten, wenn es seine Guerilla-Karte ausspielt. Nicht nur, dass derlei ruhige und bedächtige Momente einfach am besten zum Setting passen, stellen sie doch auch einen angenehmen Kontrast zum üblichen Krach-Bumm-Bassbox-Gescheppere des Genres dar. Erst recht, wenn man vorher ‘Doom’ gespielt hat! Zwar verdient die Story keinen Oskar, doch sie trägt mit einer ordentlichen Inszenierung durchaus zur gepflegten Revoluzzer-Atmosphäre bei. In jene fügen sich dann auch die Waffen, welche man jederzeit umbauen und damit schnell seinen Bedürfnissen anpassen kann. Die verschiedenen Bleistanzer erwerbt ihr mit in den Hauptmissionen verdienten Moneten, während Nebenmissionen euch sogenannte Tech-Punkte einbringen. Diese investiert ihr in coole Gadgets, wie zum Beispiel ein Fernlenkauto, mit dem ihr unter anderem eine Sprengladung unauffällig unter einem feindlichen Laster positioniert, oder in Teddys versteckten Annäherungsminen.
Da die Nebenmissionen wie gesagt außerdem dazu dienen, die Zivilbevölkerung auf eure Seite zu bringen, tut ihr gut daran, die Gegend ausführlich zu erkunden. Die open-world-typischen Funkmasten offenbaren euch auf der Karte allerlei sammelbaren Krimskrams, während befreite Widerstandsnester Schnellreise-Punkte und Waffenschränke freischalten.
Mehr als einen Blick ist zudem der sogenannte „Widerstands-Modus“ wert. Hier geht ihr koop mit bis zu drei Freunden online diverse Missionen an. Durch dabei gesammelte Erfahrungspunkte steigt ihr in mehreren Skill-Trees auf, was zugunsten eines effektiven taktischen Vorgehens Absprachen untereinander unabdingbar macht. Sehr spaßig!

Das ist schlecht:
Leider gestalten sich die unumgänglichen Ballerpassagen als nicht sonderlich eindrucksvoll, was neben der plumpen KI vor allem einem latent mangelnden Wumms geschuldet ist. Während man bei vergleichbaren Referenztiteln seine Gegner mächtig durch die Luft fliegen lässt und förmlich an die Wand nagelt, fehlt es ‘Homefront: The Revolution’ einfach an einem Trefferfeedback, welches die Wucht der Waffen vermittelt. Beim ruhigen Erkunden dagegen stößt neben der nervig hakeligen Kletter-Steuerung die teils übermenschliche Wachsamkeit der gegnerischen Wachen sauer auf. In solchen Momenten paart sich dann Frust mit Langeweile, die zwangsläufig beim Erledigen der immer gleichen Nebenaufgaben irgendwann aufkommt. Ein typischer Open-World-Malus, der im Falle von ‘Homefront: The Revolution’ aber leider nicht durch eine grandiose Optik kompensiert wird. Die Technik köchelt bloß auf Mittelmaß vor sich hin und setzt euch eine triste graubraune Suppe vor. Zudem ruckelt das Spiel des Öfteren und es kommt immer wieder zu Clipping-Fehlern. Das heißt nicht, dass ‘Homefront: The Revolution’ mit seiner 10–12-stündigen Kampagne keinen Spaß macht. Doch wenn ihr nicht gerade ein Fan von Open-World-Shootern seid, wird euch das Spiel wohl nicht lange bei der Stange halten.

‘Homefront: The Revolution’ ist ab dem 20. Mai für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich!

Atmosphärischer Open-World-Shooter mit spannendem Setting! ‘Homefront: The Revolution’ ist immer dann am besten, wenn es voll auf die thematisch interessante Guerilla-Karte setzt. Die Baller-Formel geht dagegen nicht wirklich auf. Zudem trüben technische Macken das ansonsten solide Spielerlebnis. Dafür macht der Koop-Modus umso mehr Spaß!