Vom Gamer zum Rennfahrer - Peter Pyzera hat sich diesen Traum erfüllen können. Genau vor einem Jahr ist der Gladbecker im Zuge der GT Academy unter die besten 32 virtuellen Racer im Rennspiel Gran Turismo 5 gefahren und qualifizierte sich so für das Deutschland-Finale der von Sony PlayStation ausgetragenen Meisterschaft. Vor einem Jahr konnte er noch nicht ahnen, dass er sich dadurch erst die Teilnahme für das Race Camp in Silverstone sichern und später schließlich den Sieg nach Hause bringen würde.

In nur zwölf Monaten hat er nicht nur mehr als 94.000 Online-Gamer in Deutschland bezwungen, sondern hat sich mittlerweile als erfolgreicher Profi-Rennfahrer etabliert. Statt vor der Konsole fährt Pyzera jetzt gegen Stars der internationalen Motorsportszene, wie etwa den ehemaligen Formel-1-Fahrer Bruno Senna. mann.tv sprach mit ihm über seine Erfahrungen als Rennfahrer, den Sprung vom Gamer zum Profi und die GT Academy.

Du hast 2012 die GT Academy gewonnen und konntest dich somit gegen 96.000 andere Gamer durchsetzen. Was war dein erster Gedanke, als du als Sieger über die Ziellinie gefahren bist?
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, ist es sehr verrückt. Mein erster Gedanke zu diesem Zeitpunkt war einfach nur Erlösung! Endlich war der ständige Druck nicht mehr vorhanden. Es war und ist einfach nur ein Traum, gegen so viele andere Gran-Turismo-Spieler gewonnen zu haben! Ich habe mir diese fast 100.000 Menschen in einem Fußballstadium vorgestellt – unglaublich – und am Ende wird nur einer ausgewählt. Und das bist dann du! Einfach der Wahnsinn! Bis heute bin ich noch stolz darauf und freue mich, dass ich es geschafft habe!

Die GT Academy hat schon so manchen Rennfahrer-Traum in Erfüllung gehen lassen. Wolltest du schon immer Rennfahrer werden oder hast du einfach nur aus Spaß an diesem Wettbewerb teilgenommen?
Seitdem ich klein war, habe ich davon geträumt, Rennfahrer zu werden, als ich mir  die Rennen im TV angesehen habe. Da wollte ich schon unbedingt einmal dort mitfahren. Als ich 18 geworden bin und endlich meinen Führerschein in der Tasche hatte, wollte ich mich erst recht auf der Rennstrecke beweisen. Aber leider gibt es nur sehr wenige Gelegenheiten, jemandem sein Können, sein Talent zu zeigen . Nissan und PlayStation haben mir dies durch die GT Academy ermöglicht!

Die Gran-Turismo-Reihe gilt als eine der realistischsten Rennspielserien der Welt. Haben dich die unzähligen Stunden des Zockens auf das echte Leben als Rennfahrer vorbereitet?
Ja, das kann man definitiv so sagen.Es gibt auch ein sehr gutes Beispiel für die Perfektion und Realitätsnähe von Gran Turismo: Im Race Camp in Silverstone hat es ein Teilnehmer bis unter die Top 6 geschafft, der zwar einen Führerschein hat, aber gar kein Auto mehr gefahren ist, nachdem er ihn in der Tasche hatte! Alleine durch Gran Turismo ist er so weit gekommen! Das zeigt doch schon, wie realistisch GT mittlerweile geworden ist! Man kann in der Regel nicht mal eben so auf einer Rennstrecke fahren bzw. nur sehr selten dort trainieren. Ich habe das Rennfahren auf der PlayStation simuliert – und bis heute hilft es mir auf den verschiedenen Rennstrecken der Welt enorm weiter!

Du hast für deine ersten richtigen Rennen monatelang trainiert. Erzähl uns doch etwas über diese Zeit. War es eher ein großer Spaß oder rückt dieser schneller als gedacht in den Hintergrund?
Also es war immer sehr taff und hart, vor allem der sportliche Teil der Vorbereitung! Ich habe früher Leichtathletik gemacht und war ein sehr guter Hundertmeterläufer, daher kenne ich hartes Training. Aber das, was in dieser Zeit gefordert wurde, war nochmal eine Nummer härter. Weiterhin mussten wir für unsere internationale Rennlizenz zwölf Unterschriften in verschiedenen kleineren Rennen in England sammeln. Folglich durfte hierbei auch nicht viel schiefgehen, sprich keine Ausfälle oder Ähnliches, sonst hätte es nicht geklappt! Wenn ich daran zurückdenke, war es eigentlich schon sehr lustig, natürlich insbesondere auch mit den anderen Gewinnern. Da wir in einem Haus zusammen in Silverstone lebten, war es nie langweilig! Eine unvergessliche Zeit! Wir reden heute noch sehr oft darüber und ich bin froh, solch eine Lebenserfahrung gemacht zu haben.

Wenn du die Wahl hättest, an welchem Rennen der Welt würdest du gerne einmal teilnehmen und warum?
Darüber brauche ich nicht lange nachzudenken, es wären die 24 Stunden in der Grünen Hölle auf dem Nürburgring, Nordschleife. Für mich das beste Rennen auf der besten Rennstrecke der Welt, noch dazu findet es in Deutschland statt! Das wäre mein großer Traum!

Die GT Academy 2013 ist bereits gestartet und viele Gamer eifern deinem Erfolg nach. Hast du ein paar Tipps für alle Unentschlossenen, die sich noch nicht so recht trauen mitzumachen? Und für all jene, die bereits erste Runden gefahren sind?
Ja, ein paar Tipps habe ich. Ich kann wirklich nur sagen, jeder sollte 110% geben und versuchen, wirklich alles dafür zu tun, weiterzukommen. Egal ob Sport oder Fitnesstraining, Gran Turismo spielen, Auto fahren oder auch nur eine Art Mediatraining, wie zum Beispiel vor der Kamera oder am Mikrofon zu sprechen. Niemals aufgeben und wirklich jeder hat die Chance zu gewinnen! Natürlich ist der erste und schwierigste Schritt, die Onlinequalifikation zu schaffen, doch danach ist alles offen.

Wie sehen deine weiteren Zukunftspläne als Rennfahrer aus?
Ich will auf jeden Fall noch mehr lernen und dadurch schneller werden. Außerdem muss man immer an sich arbeiten, zeigen, dass man es wirklich will! Ich hoffe, dass ich noch lange Rennen fahren kann.