2008 veröffentliche Entwickler Codemasters mit Race Driver: GRID ein Rennspiel, welches sich ohne den DTM-Aspekt deutlich von seinen Vorgängern abhob und somit den Grundstein für eine neue Reihe bildete. Das Spiel kam bei Presse und Publikum gut an, sodass ein zweiter Teil nur eine Frage der Zeit war. Nach fünf Jahren verprellte Codemasters mit GRID 2 dann die Fans. Arcade statt Simulation, eine dämliche Rahmenhandlung, aufgesetzt coole Wettbewerbe, alles irgendwie doof. Da Zeit also kein Maßstab zu sein scheint, benötigte es in der Folge nur noch ein Jahr um GRID Autosport als dritten Teil auf den Markt zu bringen und gemachte Fehler auszubügeln.

Darum geht es:

Schluss mit Storyballast, bei Autosport wird sich wieder brav auf die Karriere konzentriert. Dazu sammelt ihr in fünf Rennklassen fleißig Erfahrungspunkte, um in der nächsten Saison starten zu können. Da wären zunächst die schön anzusehenden Straßenrennen, bei welchen ihr über fiktive Kurse durch reale Städte wie Barcelona oder Washington donnert. Open Wheel orientiert sich an der Formel 1 und führt über namenhafte Strecken wie den Hockenheimring. Die Endurance-Klasse bezeichnet Ausdauerrennen, die nicht nur eure Konzentration auf eine harte Probe stellen, auch das Material leidet spürbar unter den bis zu 40 Minuten dauernden Wettkämpfen. Beim Touring gilt es zunächst ein Qualifying zu absolvieren, um den Startplatz zu bestimmen. Doch Vorsicht: Beim zweiten Lauf werden die Startpositionen umgekehrt. Es ist also eine Prise Taktik gefragt. Zu guter Letzt gesellt sich noch die Tuner-Klasse in den Reigen, bei der ihr mit aufgemotzten PS-Monstern eure Drift-Künste unter beweis stellt. Habt ihr in einer Saison in allen geforderten Wettbewerben genügend Punkte gesammelt schaltet ihr zum krönenden Abschluss die großen GRID-Events frei.

Das ist gut:

Schön zu wissen, dass es Entwickler gibt, die sich die Kritik der Spieler zu Herzen nehmen. Das Fahrgefühl versumpft nun nicht mehr zwangsläufig irgendwo in der Need-for-Speed-Ecke, sondern lässt sich differenziert anpassen. Entscheidet selbst, ob ihr eine realistische Simulation bevorzugt – oder dank zugeschalteter Fahrhilfen lieber ohne viel Aufhebens durch die Kurven jagt. Zudem wurde der unnötige Storyballast entsorgt. Über nüchterne Menüs verwaltet ihr eure Karriere nach eigenem Gusto, ohne wie im Vorgänger unter der Fuchtel eines reichen Gönners von A nach B gehetzt zu werden. Auch die im zweiten Teil wegrationalisierte Cockpitperspektive ist im wahrsten Sinne wieder mit an Bord. Zwei Varianten stehen dabei zur Auswahl, wobei ...

Das ist schlecht:

... Codemasters sich ruhig ein wenig mehr Mühe hätte geben können. Der Unschärfeeffekt auf dem Wageninterieur ist nun alles andere als schick zu nennen, und 2014 hätten wir dann doch schon gerne Rückspiegel, die auch als solche zu nutzen sind. Zudem ist es schade, dass die Sponsoren vor jedem Rennen die Wagen stellen, und wir uns keinen Fuhrpark erspielen können. Tatsächlich hat GRID 2 hier etwas besser gemacht – denn sich seine Garage mit Trophäen vollzustellen, bietet dann doch etwas mehr Anreiz, als einen läppischen Erfahrungsbalken zu füllen. Optisch sind (neben den unscharfen Armaturen) vor allem die Zuschauer zu bemängeln, die neben den schicken Lichteffekten, Spiegelungen und teils tollen Umgebungsoptiken alles andere als zeitgemäß wirken.

Eine Wiedergutmachung an all die Fans, die vom Vorgänger zu Recht enttäuscht waren. GRID Autosport lässt euch die Wahl zwischen Simulation und Arcade, bietet mit fünf Rennklassen viel Abwechslung und sieht auch noch recht schick aus. Ein Belohnungssystem mit mehr Anreizen wäre der Karriere jedoch förderlich gewesen.