Zocker sind stets ein wenig zwiegespalten: Auf der einen Seite kann ein sehnlichst erwartetes Spiel gar nicht früh genug erscheinen, auf der anderen Seite bemängeln sie die oft mangelnde Qualität sogenannter „Fließbandserien“. Nehmen wir als wohl prominentestes Beispiel die ‘Assassin’s Creed’-Reihe, welche aufgrund des Drucks, jedes Jahr ein neues Spiel herauszupressen, arg Federn ließ. Im Hause Ubisoft hat man aber mittlerweile eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann, und lässt den Entwicklern nun mehr Zeit. Die ‘Grand Theft Auto’-Macher indes – berühmt für die hohe Qualität ihrer Werke – wären nicht mal auf diese Idee gekommen! Jedes Jahr ein neues ‘GTA’? Niemals!

So äußerte sich zumindest Take-Two-Chef Strauss Zelnick kürzlich auf einer Investorenkonferenz. Er erklärte, dass ein alljährliches ‘GTA’ oder ‘Red Dead Redemption’ zwar möglich wäre, man aber an der bisherigen Strategie festhalten wolle, die Titel über viele Jahre hinweg reifen zu lassen. Und er erklärte auch warum.

Zelnick: „Qualität wäre fraglich.“

Eine Veröffentlichung der eigenen Marken im Jahresrhythmus würde sich rechnerisch durchaus lohnen, selbst wenn dazu die Entwicklerteams auf die doppelte Stärke aufgestockt werden müssten, dennoch glaubt Zelnick: „Die Qualität wäre aber fraglich. Und es würde das Risiko mitbringen, dass Kunden von unseren Marken gelangweilt sein könnten.“ Der, wie wir finden, kluge Mann führt aus, dass sich die Marken dadurch nur abnutzen würden, und spricht mit Blick auf die Konkurrenz von „Verbrennung“. Take-Two dagegen lege Wert auf qualitative Beständigkeit.

Zwar wolle man durchaus ebenfalls jedes Jahr mindestens einen Blockbuster auf den Markt werfen, das Zauberwort bei Take-Two lautet jedoch „Markenvielfalt“. Und wir warten doch gerne ein wenig länger auf ‘GTA 6’, wenn man uns in der Zeit, bis es soweit ist, mit neuen Titeln wie ‘Borderlands’, ‘Red Dead Redemption’ oder ‘Civilization’ bestens unterhält.

Quelle: gameswelt.at