Solltet ihr Freunde haben, die gerne mal „FIFA“ und andere Spiele „suchten“, so liegt ihr mit dem Begriff gar nicht so falsch. Sagt zumindest die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die nun eine „Videospielstörung“ in der 11. Auflage ihrer Internationalen Klassifikation der Krankheiten aufführt. Laut einem BBC-Bericht über die WHO wird nahegelegt, dass mehr als 20 Stunden Videospiele pro Woche als „Sucht“ durchgehen.

In dem Beitrag werden gesondert „FIFA“ und „Fortnite“ als prominente Beispiele genannt. Zu den diagnostischen Merkmalen einer Videospielstörung gehören demnach „erhebliche Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, schulischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen“, die sich mindestens über ein Jahr ziehen. Erkrankten fällt es schwer, Stimmungen und Verhalten in Zeiten, in denen sie nicht spielen können, zu kontrollieren.

Für sie sind Videospiele das Wichtigste in ihrem Leben

Die WHO klassifiziert die Sucht nach denselben Kriterien wie andere Abhängigkeiten und nennt folgende Symptome:

  • Beeinträchtigte Kontrolle über das Videospielen (z. B. Beginn, Frequenz, Intensität, Dauer, Beendigung, Kontext)
  • Zunehmender Vorrang des Spielens vor anderen Lebensinteressen und täglichen Aktivitäten.
  • Fortsetzung oder Eskalation des Videospielens trotz Auftreten negativer Folgen

Der aufstrebende Boxer Anthony Joshua offenbarte unlängst, dass ihn seine FIFA-Sucht beinahe seine sportliche Karriere gekostet hätte. Sie beeinflusste den Schlaf des 26-Jährigen sowie seine Erholungsphasen insbesondere während kritischer Zeiträume seiner Karriere. Wir reden hier von einem Mann, der über Vladimir Klitschko und Carlos Takam triumphierte –  und dennoch beinahe seine Karriere an seine Abhängigkeit von dem Fußball-Game verlor.

Gegenüber der britischen Sun sagte Joshua: „Ich habe früher FIFA gespielt, bis es das Boxen beeinträchtigte. Ich musste aufhören zu spielen, weil es meinen Schlaf und meine Regeneration beeinflusste. Ich blieb manchmal bis fünf Uhr morgens auf und spielte, nur um gegen sieben Uhr aufzustehen und zu trainieren. Es war irre und alles andere als gesund.“

Quelle: sportbible.com