Wenn es um seine hauseigenen Marken geht, ist der Videospiel-Dinosaurier Nintendo bekanntlich äußerst pingelig. So musste der ehemalige Konkurrent Sonic zwar mittlerweile klein beigeben und treibt sich in diversen Nintendo-Spielen herum, dass Mario aber zum Beispiel auf einer Playstation hüpft, ist vollkommen undenkbar.

Und so hat der Softwaregigant bisher auch eine äußerst ablehnende Haltung gegenüber dem mobilen Spielmarkt für Smartphones und Tablets an den Tag gelegt, verdiente man mit dem 3DS doch schließlich genug. Ein Antrag auf ein Patent für einen Emulator, dank dem sich Software für ein System auf einer anderen Plattform ausführen lässt, legt nun jedoch den Verdacht nahe, dass sich dies demnächst ändern könnte. Zwar werden Emulatoren bereits seit Längerem für Nintendo-eigene Konsolen genutzt, das Dokument erwähnt daneben aber explizit mobile Endgeräte als Zielplattform.

Warum auch nicht?! Nintendo hat genug alte Klassiker im Portfolio, die auch nicht 3DS-Besitzer gerne erneut spielen möchten, und die kann man in einem Rutsch über Smartphone-Portierungen erreichen. Außerdem dümpelt das leckgeschlagene Flagschiff Wii-U nach wie vor derart träge vor sich hin, dass der Konzern seine geplante Gewinnspanne in einem äußerst demütigenden Akt der Offenbarung sogar nach unten korrigieren musste.

Man braucht also Geld, der mobile Spielesektor boomt, und bevor sich die Leute weiterhin mit illegalen Game-Boy-Portierungen auf dem Smartphone vergnügen, schafft man lieber selber ein Angebot. Wir halten das für eine gute Idee und freuen uns sehr darauf, das Sinnbild für Videospiele schlechthin offiziell auf dem Smartphone begrüßen zu dürfen, weisen aber noch mal nachdrücklich darauf hin, dass es sich dabei bisher nur um ein Gerücht handelt. Drückt also die Daumen, dass Mario und Link auch mal vor die Tür treten.

Quelle: Der Standard