Das ist schlecht:

Denn auch wenn zuweilen tobende Stürme über euch hinwegfegen, wirklich aufregend sind die Wege nicht, die ihr in dem offenen Arealen mit dem Skiff, einem von einem Drachen gezogenen Schlitten, hinter euch bringt. Es passiert nämlich nichts. Die Areale sind leblos und leer. Insofern ist die Frage berechtigt, ob es dieses Features überhaupt bedurft hätte, welches den Effekt eines gestellten Beines auf die zuvor so druckvoll in Szene gesetzte Geschichte ausübt. Einem „Gears“, vor allem einem, das so gut designt ist wie dieses, sieht man Schlauchlevel gerne nach, wenn man dafür mit geskripteter Action belohnt wird, auf die ein Bruckheimer stolz wäre. Stattdessen aber fahren wir ereignislos von A nach B. Seltsam.

Auch die neuen Rollenspiel-Elemente wirken aufgesetzt. Eurem fliegenden Allzweck-Robokumpel Jack wurde diesmal nämlich eine größere Rolle zugedacht. Die Büchse greift euch nun auf Kommando im Kampf hilfreich unter die Arme. Aktiviert einen Scanner, der Gegner und Waffen anzeigt, schockt die Feinde mit einem Blitzschlag, fordert einen Rüstungsschutz an oder lasst ihn weit entfernte Items apportieren. Durch in den Levels aufgespürte Upgrade-Materialen könnt ihr Jacks aktive und passive Fähigkeiten über einen Skilltree verbessern. Nicht alle davon sind jedoch wirklich nützlich und bis auf ein paar Stellen im Leveldesign, die Jacks Einsatz vorsehen, haben wir das Feature im Laufe der rund 10–12 stündigen Kampagne kaum benutzt.

Bombastisches Action-Kino zum Selberballern. „Gears 5“ frischt sein angestaubtes Spielkonzept mit klugem Level- und Gegnerdesign erfolgreich auf, und setzt mit der hochprofessionellen und technisch beeindruckenden Inszenierung eine echte Marke. An den Baum pinkelt so schnell kein anderer Deckungs-Shooter! Rollenspiel-Elemente und die Open-World-Ansätze wollen zwar nicht so recht zünden, aber dafür explodiert der Rest umso mehr.

„Gears 5“ ist für Xbox One und Microsoft Windows erhältlich.