Wer zulange vor der Flimmerkiste sitzt, bekommt viereckige Augen. Was schon die Großmutter bei zu viel Fernsehen behauptet hat, meinen auch heute noch die Eltern, wenn ihr Sprössling die freie Zeit vor der Konsole oder dem PC mit Videospielen verbringt. Laut einer neuen Studie des Max-Planck-Instituts sind diese jedoch entgegen des Volksglaubens nicht schädlich, sondern regen sogar das Hirn an.

So hilft regelmäßiges Daddeln scheinbar dabei, verschiedene körperliche Aspekte zu trainieren. Spieler, die mehr als nur vereinzelt zum Gamepad oder der Maus greifen, sollen über eine bessere räumliche Orientierung sowie strategisches Denken verfügen. Damit noch nicht genug hilft das Spielen auch bei der Gedächtnisbildung sowie der Feinmotorik.
 
Zwei Monate lang wurden mehrere Erwachsene dabei beobachtet, wie sich deren Gehirnaktivitäten nach einer täglichen „Dosis“ Super Mario 64 verhielt. Im Gegenzug wurde eine andere Gruppe ohne Videospiel-Beschäftigung zur Gegenkontrolle untersucht. Bei denjenigen, die Mario spielten, konnten Veränderungen an einigen Teilen des Hirns festgestellt werden. Betroffen waren der präfrontale Kortex, Teile des Kleinhirns sowie der rechte Hippocampus, eine der evolutionär ältesten Strukturen des Gehirns.

Dank dieser Studie wurde zudem erstmals wissenschaftlich belegt, dass durch das Spielen das Hirnvolumen zunahm. Dadurch besteht nun die Möglichkeit, mittels Videospielen bestimmte Hirnbereiche aktiv zu trainieren. Laut Studienleiterin Simone Kühn könnten Videospiele daher in Zukunft möglicherweise für Therapien verwendet werden. Wer also fleißig zockt, wird faktisch ein besserer Mensch.