Treffen sich ein Ritter, ein Wikinger und ein Samurai … was hier zunächst wie die Einleitung zu einem Witz klingt, bildet tatsächlich den Rahmen des von vielen Spielern lang erwarteten Online-Hack-and-Slay-Epos 'For Honor' aus dem Hause Ubisoft. Denn dort hat man einfach mal kurzerhand Raum und Zeit gekrümmt, um scharfe Langschwerter, blitzende Katanas und mächtige Äxte im Zuge einer ewigen Schlacht aufeinanderprallen zu lassen. Wie und ob das gelungen ist, verrät euch unser Test.

Darum geht's:

Die Geschichte hinter 'For Honor' ist rasch erzählt. Eine gewaltige Naturkatastrophe hat den Ländern der Ritter von Aschfeld, der Samurai von Myre und der Wikinger von Valkenheim schwer zugesetzt. In der Folge entbrennt ein tausendjähriger Krieg um Ressourcen und Territorien, der zusätzlich von der mysteriösen Kriegstreiberin Apollyon immer wieder aufs Neue entfacht wird, wann immer sich Frieden einzuschleichen droht. Im Zuge der Solo-Kampagne erlebt ihr die Ereignisse dabei abwechselnd aus der Sicht diverser Charaktere der drei Fraktionen, wobei die Geschichte dem grundlegenden Erlernen der Kampfmechanik untergeordnet ist. Denn im Kern ist 'For Honor' eine Online-Schwertkampf-Simulation und die Kampagne lediglich ein ausführliches Tutorial. Spielt sie dennoch, denn danach seid ihr zumindest im Ansatz auf die aktuell noch fünf verschiedenen Online-Modi vorbereitet.

Das ist gut:

Während die beliebten Online-Shooter generell großen Wert auf dynamische Gefechte mit schnellen Abschüssen legen, gibt sich 'For Honor' ganz dem taktisch geprägten Zweikampf hin. Mag das Schwingen eurer Klinge zunächst noch befremdlich träge erscheinen, werdet ihr bald die Tiefe des variantenreichen Kampfsystems zu schätzen lernen. Mit dem Stick wechselt ihr in eine von drei Haltungen. Schlägt euer Kontrahent aus der gleichen zu, in der ihr euch befindet, blockt ihr automatisch. Alternativ könntet ihr natürlich auch parieren, ausweichen oder zu einem Spezialmanöver ansetzen, von denen jede der zwölf spielbaren Figuren eine angenehm überschaubare Anzahl besitzt. Und die Formel geht auf, denn aus diesem simpel klingenden Grundprinzip entspringen äußerst spannende Kämpfe, die von euch ein stetes Umdenken erfordern, je nachdem mit welchem Typ ihr spielt und wem ihr gegenübersteht. Eine flinke, dafür aber schwache Attentäterin tänzelt zum Beispiel behände um einen riesigen Muskelberg herum, muss dafür aber umso mehr darauf achten, nicht selber getroffen zu werden. Insofern gilt es, die Feinheiten der einzelnen Charakterklassen zu verinnerlichen, wenn man siegreich aus der Schlacht hervorgehen möchte. Wer nur wild auf Knöpfe hämmert, hat nicht die geringste Chance gegen einen Spieler, der mit einem gekonnten Tritt eure Deckung aufbricht und euch kurzerhand in den nächsten Abgrund befördert. Ihr seid also gut damit beraten, euch auf einen Charakter zu spezialisieren, und diesen anhand diverser wertesteigernder Ausrüstungsgegenstände eurem Spielstil anzupassen.
'For Honor' sieht dabei verdammt gut aus und überträgt die schiere Wucht der Kämpfe gekonnt auf den heimischen Bildschirm. Je nachdem, welche der drei Fraktionen im großen „Fraktionskrieg“ die meisten Siege einfährt – ihr entscheidet eure Zugehörigkeit gleich zu Beginn, könnt aber dennoch jede der Figuren spielen – verändern sich zudem auch noch die Karten, was optische Abwechslung garantiert. Außerdem soll es zum Start einer jeden neuen Saison des Fraktionskrieges neue kostenlose Karten, Modi und Ausrüstungsgegenstände für alle Spieler geben.

Das ist schlecht:

Angesichts der Tatsache, dass 'For Honor' quasi reine Multiplayer-Luft atmet, sollte man eigentlich nicht über die Solo-Kampagne meckern, ist diese doch eher als nette Dreingabe zu verstehen. Dennoch sollten Online-Muffel wissen, dass diese einen Kauf des Spieles nicht rechtfertigt, da sie letzten Endes lediglich ein Lernprogramm darstellt, welches einem die Spielmechanik der PvP-Gefechte näher bringen soll. Wenn auch mit zugegebenermaßen sehr kompetent gemachten Zwischensequenzen. Unverständlich ist für uns aber, dass auch die Singleplayer-Kampagne eine permanente Internet-Anbindung erfordert. Und wo wir schon gerade beim Thema Online sind, haben wir auch leider so manchen Verbindungsabbruch während unserer Spielsessions zu beklagen gehabt, was angesichts der zum Teil nervig langen Ladezeiten umso übler aufstößt. Außerdem wurden wir den Eindruck nicht los, dass so manches Manöver, welches gutes Timing voraussetzt, nicht korrekt abgefragt wird. Wenn ihr also mal eine Ausrede braucht, weshalb ihr verloren habt …

'For Honor' ist ab sofort für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich!

Einfach zu lernen, schwer zu meistern: ‘For Honor’ bietet PvP-Fans mit Klingenaffinität eine fesselnde Schwertkampf-Simulation mit einem grandiosen Kampfsystem und viel taktischem Tiefgang. Wer hier nur wild auf die Knöpfe hämmert, verliert schneller den Kopf, als er „Axt“ sagen kann. Online-Muffel werden aufgrund der zwingenden Internetanbindung aber nicht glücklich. Da helfen auch die fette Grafik und die Kampagne nicht.