FIFA Ultimate Team: Bund will strengere Regeln gegen Kostenfallen – Am Freitag wurde eine Reform des Jugendschutzgesetzes vonseiten des Bundestages legitimiert. Damit sollen Kinder unter anderem vor Kaufanreizen und glücksspielartigen Mechaniken in Videospielen geschützt werden. Das ursprüngliche Gesetz war fast 20 Jahre alt gewesen – auf einen Anstoß des Familienministeriums hin soll es nun geändert werden. Noch muss der Bundesrat es verabschieden – geschieht das, tritt es im Frühjahr in Kraft.

Unter anderem im Visier eines solchen Gesetzes: Die sogenannten „Mikrotransaktionen“, etwa „Lootboxen“ – dies sind mit echtem Geld zu kaufende Inhalte in Videospielen, die Kostüme, Ausrüstung oder spezielle Boni bzw. Waffen für Spielfiguren enthalten. Jedoch wird der Inhalt solcher Boxen zufällig erzeugt – ähnlich wie bei physischen Sammelkarten-Spielen. Wer auf der Suche nach begehrten Gegenständen ist, erhält sie daher möglicherweise nicht oder nicht sofort. Eine Kostenfalle kann eine Folge sein. Das Gesetz spricht von „Risiken durch glücksspielähnliche Mechanismen“.

Nach dem neuen Gesetz könnten derartige Kaufoptionen nun so eingestuft werden, dass man sie als Beeinträchtigung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen betrachten könnte – damit dürfte wiederum die Altersfreigabe bestimmter Spiele geändert werden. Anwältin Julia Maris erläuterte gegenüber dem Spiegel: „Onlinespiele oder andere Anwendungen, die Lootboxen oder ähnliche In-Game-Angebote nutzen, würden voraussichtlich mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren klassifiziert werden.“

FIFA Ultimate Team betroffen

Von dieser Reform sind demnach auch Spiele betroffen, die bis dato überhaupt keine Alterseinschränkung haben – etwa die beliebte Fußballsimulation „FIFA 21“, die bislang ohne Altersbeschränkung freigegeben ist. Doch gerade der bei Spielern beliebte Modus „Ultimate Team“ mit seinen Sammelkarten-Kaufmechaniken könnte unter die neue Gesetzgebung fallen – was in einer Ab-18-Einstufung für „FIFA“ resultieren könnte. Damit ein solches Spiel eine Altersfreigabe für Kinder erhalten könnte, müssten laut dem „Spiegel“-Artikel die „Lootboxen standardmäßig deaktiviert werden“.

Mit altersgerechten Voreinstellungen, warnenden Piktogrammen und anderen Systemen sollen Kinder zukünftig vor Kaufmechaniken und Glücksspiel, aber auch vor Ab-18-Spielen geschützt werden. SPD-Familienministerin Franziska Giffey: „Wir wollen eindeutige Symbole, die auf Risiken wie Gewaltdarstellung oder Kostenfallen hinweisen.“ Der Videospielverband Game reagierte auf die Änderung des Gesetzes mit einer Mitteilung.

Darin betont Geschäftsführer Felix Falk, dass es eine Selbstverständlichkeit bleibe, „moderne und funktionierende Jugendschutzlösungen anzubieten und weiterzuentwickeln“. Die Gesetzesmodernisierung unterscheidet auch nicht mehr zwischen Datenträgern und Plattformen für die Spiele. Egal, ob heruntergeladene Titel oder solche auf Datenträgern wie DVD oder Blu-ray, unabhängig davon, ob auf Smartphone, PC oder Konsole gespielt wird – es soll nicht mehr unterschieden werden.

Das fast 20 Jahre alte Vorgängergesetz sprach etwa noch von „Videokassetten“. Weitere Änderungen im neuen Gesetz nehmen Online-Unternehmen unter Androhung von empfindlichen Bußgeldern in die Pflicht einheitlicher Alterskennzeichnungen und sollen Kinder auch im Netz besser vor Kostenfallen sowie Belästigung schützen. Unter anderem werden auch soziale Netzwerke verpflichtet, Kinder besser vor der Ansprache oder dem Finden durch Fremde zu bewahren.

Quelle: spiegel.de