Alle Jahre wieder verbringen Millionen Männer unzählige Stunden vor dem Fernseher und spielen den neusten Teil von EA Sports Fußballsimulationsreihe. Dass dies zumeist zum Leidwesen der Partnerin geschieht, steht außer Frage. Aber Jungs sind nun einmal Jungs, spielen gerne mit Bällen – und in diesem Jahr bietet FIFA 14 einfach mehr Spaß als so manche Beziehung, wie unser Langzeittest beweist!

Darum geht’s:

Das Spielprinzip ist leicht erklärt: Das Runde muss ins Eckige und nach 90 Minuten gewinnt immer Deutschland. In FIFA 14 stehen dem Fußballfan alle Möglichkeiten offen, den schönsten Sport der Welt zu zelebrieren: Singleplayer-Puristen können eine schnelle Anstoßpartie spielen, sich im Karrieremodus von unten bis nach ganz oben durchackern oder aber den beliebten 'Ultimate Team'-Modus unsicher machen. Bei dem stellt ihr via Kartendeck euer Traumteam zusammen, erweitert und optimiert es mit verdienten Münzen. Natürlich funktioniert dieser Modus auch in diesem Jahr wieder offline wie online. Weitere beliebte Optionen, wie etwa der 'Pro Club'-Modus, sind auch in diesem Jahr in verbesserter Form vertreten. Neu hinzugekommen ist der 2-Spieler-Karrieremodus. Hier tretet ihr zusammen mit einem Freund gegen andere Gamer an mit dem Ziel, bis in Liga 1 aufzusteigen und dort den begehrten Titel abzuräumen. Einer Generalüberholung wurde im Übrigen auch der EA-Katalog unterzogen. Dieser bietet jetzt neben einem neuen Design die Möglichkeit, Leistungen für seine Freunde zu kaufen und ihnen diese zu schenken. So unterstreicht man echte Männerfreundschaften!

Das ist gut:

Was macht FIFA 14 richtig? Fast alles! Die Navigation ist stilvoll und passt sich eurem Spielverhalten an. Die Ballphysik wirkt im Vergleich zu den Vorgängern deutlich authentischer und die künstliche Intelligenz scheint die Schulbank gedrückt zu haben. Computergesteuerte Mitspieler starten eigenständig in Lücken, reißen Löcher auf oder doppeln heranstürmende Gegenspieler. Insgesamt läuft das Spielgeschehen langsamer und realistischer ab, wobei dankenswerterweise die Dribblings abgeschwächt wurden und es auf ein perfektes Teamspiel ankommt, statt auf gute Skills am Ball. Apropos Dribblings, dieses wurde rudimentär vereinfacht – so könnt ihr die Tricks alleine mit dem Stick ausführen, was gerade Anfängern und Gelegenheitsspielern das Leben leichter machen dürfte.  Aber nicht nur eure Mitspieler, sondern auch das Schiedsrichtergespann handelt in FIFA 14 logischer: Das Bedrängen des Torwarts im Fünfmeterraum wird geahndet und nicht jeder Zweikampf im Strafraum sorgt gleich für einen Elfmeter.

Das attraktivste neue Feature dürfte die überarbeitete Schussabfolge sein. Während ihr in FIFA 13 nach dem Druck auf den Schussknopf noch den Ablauf der Animation abwarten musstet, könnt ihr diesmal direkt reagieren. Ansatzlose Schüsse und spektakuläre Direktabnahmen sind die Folge, was für ordentlich Wirbel auf dem grünen Rasen sorgt. Klasse! Allgemein ist das Spielgeschehen auf dem Platz für Zuschauer wie Spieler deutlich attraktiver geworden. In Zweikämpfen können Gegenspieler ihre körperliche Überlegenheit ausnutzen, während rasche Konter und wunderschöne Spielzüge mit Übersicht jederzeit möglich sind. Ebenfalls positiv ist die Tatsache, dass Torhüter auch mal Bälle nach vorne abklatschen lassen und man stets das Gefühl hat, das verlorengegangene Leder zurückerobern zu können. Über den Umfang brauchen wir nicht viele Worte verlieren, der ist sowieso unschlagbar. Seien es die Vielzahl an offiziellen Teams, Spielern sowie Stadien oder die Auswahl zahlreicher Spielmodi: Spielspaß für mehrere Monate ist garantiert!

Das ist schlecht:

Bei allem Realismus und der Idee, das Spielgeschehen glaubwürdiger zu machen, gingen die Entwickler allerdings einen Schritt zu weit. Zwar wurden Dribblings abgeschwächt und der Fokus auf das Pass- als auch Stellungsspiel gelegt. Aber gerade in den ersten Wochen kristallisierte sich schnell heraus, dass Flanken und hohe Steilpässe overpowered waren. Das sorgte gerade in Onlinemodi dazu, dass die meisten Spieler, die Bälle einfach unverzüglich wild nach vorne geschossen oder geflankt haben – und dies auch noch zum Erfolg führte. Dankenswerterweise hat sich EA Sports dieser Kritik angenommen und am 10.10. ein Update veröffentlicht, das diese Problematik zumindest abschwächen konnte, wie wir in unserem Langzeittest feststellen durften. Dennoch ist FIFA 14 nach wie vor nicht ganz fehlerfrei, einzelne Freezes sowie Teams mit denselben Trikots im Onlinemodus sorgen ab und an nach wie vor für Frust. Technisch merkt man zudem, dass die aktuelle Konsolengeneration an ihre Grenzen angelangt ist: Grafische Unterschiede zur Vorjahresversion findet man nur im Detail. Zudem wirken die deutschen Kommentatoren zwar stets bemüht, nerven aber bereits nach wenigen Spielen durch stetige Wiederholungen. Aber all diese Kritikpunkte stellen Jammern auf hohem Niveau dar.

Millionen Menschen lieben diesen Sport und FIFA 14 zeigt eindrucksvoll, wieso wir Männer der Sportschau mehr entgegenfiebern, als einem netten Abend mit der Partnerin und ihren Freundinnen. FIFA 14 ist Fußball! Und das bedeutet nun einmal: Emotionen, Kampf und schön herausgespielte Tore. Selten war ein Fußballspiel so nah an der Realität. Bis auf kleine Abzüge in der B-Note erwartet Freunde des runden Leders die beste Fußballsimulation des Jahres!