Jedes Jahr stellen sich Männer dieselbe Frage: "FIFA" oder "PES ? Von Jahr zu Jahr wird diese Entscheidung schwerer, da sich beide Simulationen stetig verbessern. Wir haben "FIFA 14" schon jetzt in einer frühen Fassung anspielen dürfen und verraten, was euch erwartet.

Jeder Schritt entscheidet

Neben einer komplett neuen Ballphysik, mit der ihr in bester Thomas-Hitzlsperger-Manier krachende Dampfhämmer in Richtung Torwart ballert, arbeiteten die Entwickler vorrangig am Bewegungsablauf der Spieler. Wie jedes Jahr feilt EA Sports an den Bewegungsabläufen, damit die virtuellen Sportskanonen noch realistischer übers Spielfeld spurten. Das "Precision Movement" getaufte Update ist mittlerweile so realistisch, dass sie in brenzligen Zweikämpfen ausrutschen und die Körperkontrolle verlieren.

Die spielerisch wohl größte Neuerung in diesem Jahr: Mit der linken Schultertaste kann man sich aktiv gegen das Trikotgezuppel des Abwehrspielers wehren. Dadurch verliert man das runde Leder nicht so schnell und kann den Ball auch mal an der Eckfahne halten, um Zeit zu schinden.

Und so spielt es sich:

FIFA -Veteranen brauchen einige Zeit, bis sie sich ans neue Spielgefühl gewöhnt haben. Das Tempo wurde gedrosselt und gleicht damit noch stärker einer echten Partie Rasenschach. Ballverliebte Individualisten sehen spätestens in der gegnerischen Hälfte das Tor vor lauter Verteidigern nicht. Wer mit dem Kopf durch die Abwehrwand will, ist die Kulle im Fußumdrehen los.

Torchancen müssen hart erarbeitet werden. Zappelt der Ball dann einmal im Netz, ist die Freude umso größer. Gefährliche Bogenlampen, fiese Aufsetzer, staubtrockene Distanzschüsse und unberechenbare Flatterbälle: Die Torhüter bekommen in diesem Jahr das ganze Repertoire an Torschüssen serviert. Die Kopfbälle wurden ebenfalls verschärft und fliegen nach geschlagener Flanke nicht mehr so schlaff auf den Aluminiumkasten zu.

Allerdings gibt es momentan noch einige Fouls, die vom Entwickler-Team geahndet werden müssen. Das größte Ärgernis aktuell: Der Ball verspringt gerade bei der Annahme häufiger vom Fuß als bei Mario Gomez. Zwar passieren diese Fehler auch auf dem echten Fußballfeld, dennoch nerven diese unnötigen Patzer beim Spielaufbau. Gerade die ersten gespielten Partien erinnerten vom Niveau an Aufeinandertreffen zwischen Germania Struchtrup und TuS Heringsmoor. Dabei kämpften auf dem Bildschirm der BVB und der FC Liverpool um den Sieg.  

FIFA 14 ist nun noch realistischer. Eine wohlüberlegte Taktik und ein cleverer Spielaufbau werden wichtiger, da die Simulation des Balls noch freier und eigenständiger ausfällt. Das ist gut so! Die Zeiten, als man mit dem Spielgerät unbesorgt durch die Abwehrreihen stürmen konnte, sind damit wohl vorbei. Die Torschüsse fühlen sich dank der neuen Ballphysik noch wuchtiger an und machen richtig Laune. EA Sports muss allerdings noch an einigen Feinheiten arbeiten, insbesondere an den Ballannahmen. Da wir aber eine sehr frühe Version gespielt haben, machen wir uns hier keine Sorgen: Traditionell wird gerade an diesen Stellschrauben bis zum Verkaufsstart im September noch viel gedreht.