Im letzten Jahr gelang es den Mannen von Codemasters, ihren digitalen Formel-1-Zirkus wieder ordentlich auf Vordermann zu bringen, der 2015 noch arg hatte Federn lassen müssen. Entsprechend begeistert zeigten wir uns im Zuge unserer Testberichtes und attestierten dem einzigen Rennspiel mit offizieller Lizenz: „So macht die Formel 1 wieder Spaß!“ Doch Luft nach oben ist immer. Ob die Boxencrew von Codemasters die letzten 12 Monate genutzt hat, um an den richtigen Schrauben zu drehen, verrät euch unser Test.

Darum geht's:

Wie oben bereits erwähnt, könnt ihr euch ausschließlich bei 'F1 2017' im Zuge des umfangreichen Karrieremodus bei all den großen Namen der Königsklasse des Rennsportes einschreiben. Dass sämtliche Fahrer, Teams und Kurse ebenso wie das aktualisierte Regelwerk ihren Weg ins Spiel gefunden haben, versteht sich dabei von selbst. Anfänger sollten dabei jedoch Abstand von Speerspitzen wie Mercedes oder Ferrari nehmen, da hier nicht weniger als der erste Platz von euch erwartet wird. Kleinerer Teams haben auch geringere Anforderungen.

Zwischen den Rennen unterhaltet ihr euch mit eurer Agentin oder absolviert diverse Trainingsprogramme, deren unterschiedliche Anforderungen euch immer mehr fordern, damit jedoch auch optimal auf den harten Alltag auf der Piste vorbereiten. Nur wer seinen Reifenverschleiß zu reduzieren und mit dem Sprit hauszuhalten lernt, hält sich auf Dauer auf den vorderen Rängen. Zudem verdient ihr euch dabei wie auch im Vorjahr die wichtigen Ressourcen-Punkte, welche ihr diesmal aber in einen enorm breit gefächerten Upgrade-Baum investiert.

Neben dem Karriere-Modus dreht ihr eure Runden in selbst erstellten Meisterschaften und Grand Prix, versucht eure Rundenzeiten im Zeitfahren zu verbessern, oder nehmt an Einladungsevents teil, bei denen ihr endlich wieder mit klassischen Rennwagen euer Können beweist. Ein Online-Multiplayermodus ist natürlich auch mit an Bord.

Das ist gut:

Das leckere Stück in der Mitte des Toastbrotes ist abermals der enorm motivierende Karrieremodus, in den selbst Anfänger dank umfangreicher Tutorial-Videos hineinwachsen. Zwar entspricht der Aufbau im Kern der Karriere des Vorgängers, doch da dieser schon als äußerst gelungen bezeichnet werden konnte, ist das absolut in Ordnung so.

Neben diversen Detailverbesserungen gefiel uns dabei vor allem das extrem aufgebohrte Upgrade-System, mit welchem ihr selbst eine lahme Klapperkiste konkurrenzfähig machen könnt. Dazu investiert ihr eure gesammelten Ressourcen-Punkte anhand diverser Kategorien wie Antrieb, Aerodynamik und Chassis in insgesamt satte 115 Upgrades.

Auch am ebenfalls schon referenzverdächtigem Fahrverhalten, welches gekonnt den Drahtseilakt zwischen Simulation und Arcade vollführt, wurde entsprechend der in diesem Jahr breiteren Reifen und veränderten Aerodynamik Hand angelegt. Kenner der Reihe werden feststellen, dass die Boliden nun mehr Grip haben und ihr entsprechend besser um die Kurven kommt, wenn es auch zuweilen mal etwas eng auf den Strecken wird. Dank einer in 110 Stufen justierbaren Gegner-KI lässt sich die Schwierigkeit der Rennen jedoch sehr präzise den eigenen Wünschen oder dem eigenen Können anpassen.

Auf technischer Seite werden detaillierte Fahrzeugmodelle, feine Lichteffekte und Regengüsse, die sich spürbar auf das Geschehen auf der Strecke auswirken, geboten. Glaubwürdige Motorensounds und intensiver Boxenfunk tragen zur dichten Atmosphäre im Cockpit bei, während die Kommentatoren Stefan Römer und Heiko Wasser abermals für TV-Flair sorgen.

Das ist schlecht:

So schick das Geschehen auch in Szene gesetzt wurde, hätten wir uns etwas mehr grafischen Fortschritt gewünscht. So sind die Gesichter der Charaktere nach wie vor recht wächsern und leblos, Strecken und Publikum machen einen etwas sterilen Eindruck und vor allem auf den Stadtkursen stört regelmäßiges Tearing den Gesamteindruck.

Angesichts einer ansonsten flüssigen Framerate von 60 Bildern pro Sekunde ist das absolut zu verschmerzen und doch scheint die Grafik-Engine so langsam in die Jahre zu kommen. Von daher wundern wir uns auch nicht, dass unser Wunsch nach einem Splitscreen nicht erhört worden ist. Zur Strafe kommt dafür nun aber noch ein Wunsch dazu: Im nächsten Jahr hätten wir gerne noch einen VR-Modus!

'F1 2017' ist ab sofort für PlayStation 4, Xbox One und Microsoft Windows erhältlich!

Die absolute Königsklasse in Sachen Formel 1! 'F1 2017' baut auf den Stärken des äußerst gelungenen Vorgängers auf, und verbessert mit sinnvollen Detailverbesserungen abermals eine ohnehin schon konkurrenzlos gute Rundenzeit.