Seit in der Formel Eins die neuen V6-Turbomotoren die alten V8er abgelöst haben, ist es irgendwie nicht mehr dasselbe. Anstatt dem Aufbrüllen eines Löwen lauschen zu dürfen, klingt es eher, als schnurrten ein paar Hauskätzchen vor sich hin. Ansonsten wird immer noch im Kreis gefahren, so auch bei Codemasters letzter Old-Gen-Portierung des Rennsports.

Darum geht's

Die wesentlichste Neuerung gegenüber dem Vorgänger ist natürlich die Aktualisierung der Daten und des Regelwerkes. Fahrer und Teams sind somit auf dem aktuellen Stand der Saison, und auch der Hockenheimring ist wieder mit dabei. Außerdem rasen wir nun im österreichischen Spielberg und auch des nächtens in Bahrain. Eingeführten Technikänderungen wurde ebenfalls Rechnung getragen, sodass ihr 2014 mit dem automatischen ERS fahrt, und nicht wie bisher das KERS nutzt. Wer mit diesen Begriffen nichts anfangen kann, der zuckt desinteressiert mit den Schultern, Kenner der Materie wissen jedoch um die damit einhergehende Beschneidung möglicher Rennstrategien.
Antreten dürft ihr im Karriere-, Zeitfahr- und Szenario-Modus. Während sich Ersterer wohl von selbst erklärt, bietet Letzterer besondere Herausforderungen auf der Strecke im Stile von „Halte deine Position gegen Fahrer X“.

Das ist gut

Der ungeliebte 'Young Drivers Test' wurde diesmal unter dem Tisch gekehrt. Stattdessen werdet ihr bezüglich des zu wählenden Schwierigkeitsgrades anhand einer kurzen Fahrt in Monza beurteilt. Ebenfalls löblich ist, dass ihr den Karrieremodus wahlweise auch in einer abgespeckten Form angehen dürft, sodass ihr nicht alle 19 Rennen fahren müsst, sondern auch einfach 12 oder 9 Grand Prix absolvieren könnt.
Glücklicherweise wurde ferner an der KI gefeilt. Hatte man im Vorjahr noch andauernd mit unfairen und vor allem unrealistischen Auffahrmanövern der Konkurrenz auf der Strecke zu kämpfen, fährt diese nun deutlich besonnener. Aber am lustigsten ist es eh online, dank RaceNet mit bis zu 16 Kumpels, oder noch besser gemeinsam auf der Couch. Denn Formel 1 2014 bietet noch einen konservativen Split-Screen. Uns freut's!

Das ist schlecht

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass man im Hause Codemasters die Ressourcen wohl in den ersten Next-Gen-Auftritt steckt. Abgesehen von der Pflicht, das Spiel den Gegebenheiten der Saison anzupassen, hat man nämlich nicht wirklich viel verändert. Genau genommen steckt mit der Wegrationalisierung des Legenden-Modus sogar weniger drin als im Vorjahr. Dafür haben Anfänger dank der neuen Stufe 'Sehr leicht' quasi eine Freifahrt aufs Siegertreppchen verdient, während Profis auch auf höheren Schwierigkeitsgraden den Simulationsanspruch vermissen. Leider verpasst Codemasters auch die Gelegenheit, die wie gehabt recht nüchterne Präsentation durch etwas mehr Leben am Rande des Formel-1-Zirkus endlich etwas aufzupeppen. Abermals klicken wir uns durch öde Menüs und vermissen dabei Siegerehrungen und sexy Boxenluder. So was gehört schließlich seit jeher zum Rennsport dazu. Auf technischer Seite tritt man ebenfalls auf der Stelle, jedoch ist man ohnehin bereits auf Anschlag, was die Leistungsfähigkeit der alten Daddelkisten betrifft. Was bleibt, ist der Eindruck, dass ein kostengünstiges Add-on via Download den wenigen wirklichen Neuerungen besser zu Gesicht gestanden hätte als die Veröffentlichung eines Vollpreistitels.

Routinierte Umsetzung der aktuellen Formel-1-Saison, die neben der Aktualisierung von Daten, Regel- und Technikänderungen wenig Neues bietet. Einsteiger machen mit einem Kauf nichts falsch, Besitzer des Vorgängers lehnen höflich ab.