Seitdem Codemasters sich die Formel-1-Lizenz gesichert hat, bringt das Team mit schöner Regelmäßigkeit in jedem Jahr einen neuen Teil mit den aktuellen Daten der laufenden Formel-1-Saison heraus. Diesmal jedoch haben die Entwickler noch mehr in petto, denn neben aktuellen Saisondaten locken klassische F1-Wagen und Strecken aus den 80ern und 90ern sowie einige neue Spielvarianten.

Darum geht’s:

In F1 2013 können Spieler sich ins Cockpit realitätsgetreu nachgebildeter Formel-1-Fahrzeuge setzen. Wer will, kann in Zeitrennen üben, im Szenario-Modus die Karriere-Highlights bekannter Fahrer nachempfinden und nach Belieben seine ganz eigene Grand-Prix-Saison zusammenstellen. Oder aber nach dem Fahrertest in Abu Dhabi in einem der schwächeren Formel-1-Teams im Verlauf von fünf Saisons neue Verträge ergattern und so schlussendlich den Thron des Weltmeisters erklimmen. Wem das noch nicht genügt, der darf sich aber auch ans Steuer von Klassikern aus den 80er Jahren setzen und damit verschiedene Rennen bestreiten. Falls gewünscht, darf man zudem über die vollen Renndistanzen inklusive freiem Training und Qualifying gehen. Wem das zu viel ist, der dreht die Rundenzahl runter und aktiviert Fahrhilfen. Das Spiel ist eine Rennsimulation und Einsteiger benötigen ein wenig Einarbeitungszeit – aber die lohnt sich, wenn man feststellt, dass man umso bessere Zeiten erreicht, je mehr man Strecke und Fahrzeug kennenlernt.

Das ist gut:

Grafisch hat sich gegenüber dem Vorgänger zwar nicht viel verändert, aber F1 2013 gehört auch in diesem Jahr wieder zu den bestaussehendsten Rennspielen überhaupt. Auf der Piste hat sich hingegen einiges getan: Das Fahrverhalten wirkt nochmal realistischer. Vor allen Dingen, weil Reifenverschleiß und Verschmutzung authentischer präsentiert werden und das Gewicht des Treibstoffs sich spürbar auswirkt. Die Steuerung ist extrem präzise und der Lerneffekt setzt rasch ein. Selbst auf Details wie die Überholbeschleuniger KERS oder DRM wurde regelkonform geachtet, bei Unfällen fährt das Safety Car auf die Strecke und unzulässige Fahrmanöver werden akkurat bestraft.

Auch am Umfang gibt es wenig zu bemängeln: Mit Classics, Karriere, Grand Prix und den Szenarien kann man sich über Wochen und Monate beschäftigen, genug Benzin in den Adern vorausgesetzt. Dank zuschaltbarer Fahrhilfen können auch Formel-1-Neulinge ihre ersten Runden wagen. Allerdings dauert es eine Weile, bis man Fahrzeughandhabung und Strecken so weit verinnerlicht hat, dass man in den vorderen Rängen mitfahren kann. Doch darum geht es auch nicht immer, denn meist landen die Fahrzeuge auf durchaus realistischen Platzierungen.

Das ist schlecht:

Was uns gar nicht gefällt: Zwar sind bei den Classics die Fahrzeuge aus den 80ern enthalten, die Boliden der 90er Jahre nebst Strecken sind jedoch entweder nur als kostenpflichtiger Download oder im Rahmen der teureren Classic Edition zu haben. Beim mageren Umfang der Spielmodi für die Classics hätten beide Pakete von vornherein ins Spiel gehört. Des Weiteren erfreut man sich zwar an den tollen Effekten bei Regenrennen, das Fahrverhalten lässt jedoch zu wünschen übrig: Der Übergang von einsetzendem Regen zum richtigen Guss wird zwar visuell korrekt dargestellt, macht sich jedoch spielerisch viel zu abrupt bemerkbar. Zudem gibt es hier und da noch die eine oder andere Option, die etwas verfeinert werden könnte.

F1 2013 für PC, PS3 und Xbox 360 kommt der Realität so nahe, wie kein anderes Formel-1-Spiel aus der Serie. Der Spielumfang gefällt dank des zurückgekehrten Grand-Prix-Modus und der neu implementierten Classics, auch wenn für die Wagen und Strecken der 90er Jahre extra gezahlt werden muss. Die Wahrheit liegt jedoch auf dem Asphalt und dort kann F1 2013 in nahezu allen Belangen punkten. Das Spiel berücksichtigt alle Aspekte der modernen Formel 1 und bildet diese realistisch ab, sowohl spielerisch als auch visuell. Zum Selberspielen geht es kaum besser – trotz Mankos bei Regenrennen.