Das ist schlecht:

Während die Steuerung im Sinne einer breiteren Zielgruppe auf dem Controller verbessert wurde, macht diesmal ausgerechnet die Anpassung auf Lenkräder einen klaren Rückschritt, und kommt mit der neuen Ausrichtung der Spielprioritäten vergleichsweise behäbig daher.

An dem Paradigmenwechsel von „Project Cars 3“ werden sich die Gemüter aber ohnehin scheiden, denn einstige Vorzeigefeatures wie simulierte Reifentemperatur, ganze Rennwochenenden mit Qualifying oder Boxenstopps wurden komplett gestrichen.

Stattdessen geht es nur direkt in leicht zu verdauenden Happen ordentlich zur Sache. Mit einem real simulierten Rennen hat das Geschehen auf der Strecke dann spätestens mit Blick auf die stumpfe KI nicht mehr viel zu tun. Da wird gerangelt und gerammt, als befände man sich auf dem Rummelplatz, weshalb wir unsere Rennen lieber auf einer niedrigen Aggressionsstufe absolvierten.

Ein Schadensmodell wird in „Project Cars 3“ nicht simuliert. Angesichts der blöden KI muss man ja fast schon sagen „glücklicherweise“, da man in Ermangelung von Qualifyings stets mitten im Pulk startet. Bei allzu krassen Abflügen verformt sich höchstens die Karosserie oder es fliegt etwas davon, was aber keinen Einfluss auf die Leistung oder eure Finanzen im Spiel hat.

Durchaus Einfluss nimmt allerdings das rigide Strafsystem. Da kürzt man einmal über die Curbs ab, ohne dass dies in der Realität jemand beanstandet hätte, schon wird der Motor gebremst und ihr juckelt eine Zeitlang als Geist über die Strecke und müsst mitansehen, wie das Fahrerfeld gnadenlos durch euch hindurchfährt. Ebenso nervig ist das Negieren eurer Rundenzeit – insbesondere beim Hotlap – sobald ihr nur etwas an einer Wand entlang schrammt.

In Sachen Optik fährt die Konkurrenz „Project Cars 3“ zudem hoffnungslos davon. Im Idealfall pendelt sich die Grafik auf dem Niveau des nunmehr immerhin drei Jahre alten Vorgängers ein. Im Idealfall deshalb, weil die technische Qualität im Spiel arg schwankt. Verwaschene Texturen, grobe Reflexions- und Regeneffekte, Pop-ups, Tearing, diverse Grafikfehler und Bugs … hier kommt einiges zusammen, was dem Titel eine Wertung in höheren Gefilden vermiest.

Fazit:

Unterhaltsamer Raser in der Grauzone zwischen Arcade und Simulation, der das den Vorgängern bekannte hohe Maß an Realitätsanspruch gegen leicht verdaulichen und kurzweiligen Rennspaß tauscht. Über den inhaltlichen Spurwechsel mag man streiten, technisch hinkt „Project Cars 3“ aktuell jedoch der Konkurrenz klar hinterher.

„Project Cars 3“ ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.