Das ist schlecht:

Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass „Maneater“ sich zu keinem Zeitpunkt allzu ernst nimmt, und den gewollten B-Movie-Charme zu einer eine Tugend erhebt. Leider schlägt sich dies nicht nur in der kaum als solche zu bezeichnenden Story, sondern auch in der Technik nieder.

Zwar lief im Zuge unserer Testsession stets alles rund und flüssig, aber wenn man sich insbesondere mal die Charaktermodelle genauer anschaut, was spätestens dann nicht zu vermieden ist, wenn sich ein einer der Oberjäger ankündigt, dann fühlt man sich schon die eine oder andere Konsolengeneration zurückversetzt.

Die Idee mit der Off-Stimme im Stile einer Naturdoku ist indes zwar äußerst gewitzt, jedoch kommen die Betonungen des deutschen Sprechers recht unmotiviert daher, was der Sache viel ihres Bisses beraubt. Hinzu kommt, dass sich die Phrasen im Laufe des Spieles zunehmend wiederholen.

Diese Mankos wiegt „Maneater“ zwar gekonnt durch schicke Lichtstimmungen, allerlei amüsante Fundsachen unter Wasser und einen glaubhaft animierten Bullenhai wieder auf, lässt dann aber ausgerechnet in Sachen Missionsdesign wieder ordentlich Schuppen.

„Fresse 10 Schildkröten“, „Fresse 10 Menschen“, „Besiege den Fisch“… wirklich originell ist das alles freilich nicht, zumal sich die Aufgabenstellungen in jedem Gebiet ständig wiederholen. Wir fressen uns letzten Endes stupide von Questmarker zu Questmarker, bis irgendwann der Endboss auftaucht und ihr diesen auch auffresst.

Ab einem gewissen Reifegrad eures Haies wird das Ganze zudem fast schon lächerlich einfach, so dass wir uns irgendwann nur noch stumpf die Fresstaste drückend – hier und da eine Ausweichrolle, wenn es dann doch mal brenzlig wurde – durch das Spiel bissen.

Das ist vielleicht aber auch wieder ganz gut so, denn so wirklich präzise und kontrolliert fühlen sich die Kämpfe in Ermangelung einer Lock-On-Funktion nicht an. Man kommt sich mitunter fast vor wie in einem chaotischen Luftkampf, dreht sich ständig um die eigene Achse und verliert den Gegner andauernd aus den Augen.

Motiviert haben uns dabei aber stets das spaßige Upgrade-System sowie die Aussicht auf eine leicht zu verdienenden Platin-Tropähe. Blöd nur, dass ausgerechnet der Erfolg für den 100-prozentigen Abschluss aller Gebiete verbuggt war, und uns der begehrte Pokal verwehrt blieb.

Ohne dieses Ziel wären wir sicherlich in rund 8 Stunden durch gewesen, so hatten wir am Ende rund 15 Stunden auf der Uhr. Beileibe keine verschwendete Zeit – sich meterhoch aus dem Wasser zu katapultieren, um einen arglosen Fischer vom Boot zu pflücken macht schon Laune – aber wie das mit B-Movies nun mal so ist: bis auf das Gefühl, dass eine an sich originelle Prämisse viel zu billig verkauft wurde, ist am Ende nichts so wirklich hängengeblieben.

Fazit:

Ein spielgewordenes B-Movie! „Maneater“ lockt mit einer originellen Idee, unverbrauchtem Setting und einem immer mächtiger werdenden Bullenhai. Leider tritt man in Sachen Missionsdesign ordentlich Wasser und auch technisch wäre mehr drin gewesen. Recht spaßig ist die Menschenjagd aber dennoch, was vor allem der verdammt coolen Spielfigur geschuldet ist.

„Maneater“ ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich. Eine Version für die Switch soll im Laufe des Jahres folgen.