Nicht zu fassen. Da tut man als dunkler Herrscher alles, um die Welt ein bisschen schlechter zu machen, und die Recken des Lichtes haben nichts anderes zu tun, als das durch euch personifizierte Böse mit einem Ritual wieder in die Unterwelt zu verbannen. Aber gut, sollen sich diese widerwärtigen Menschlein und ewig plärrenden Elfen ruhig noch solange an ihren grünen Bäumen und blauen Flüssen erfreuen, wie sie können. Denn unter ihren Füßen sitzt das unbesiegbare Böse bereits wieder auf seinem Thron und werkelt an einem neuen Dungeon. Und damit kennt sich das Böse schließlich aus!

Darum geht's

Eures leiblichen Körpers beraubt, findet ihr euch nach einem kurzen Intermezzo an der Oberwelt also in eurem unterirdischen Thronsaal wieder, und könnt lediglich ein paar Schnodderlinge rekrutieren. Diese mit Hacken bewaffnete, recht genügsame Monstergattung, macht sich auf euren Befehl hin auch sogleich daran, den Dungeon zu vergrößern. Dabei baut ihr Gold ab, welches ihr dringend zur Expansion benötigt, um im weiteren Verlauf Orks anzuheuern. Ohne dieses rauflustige Pack seid ihr den wagemutigen Helden schutzlos ausgeliefert, die auf der Suche nach Ruhm immer wieder euren Dungeon zu stürmen versuchen. Doch so ein Orksöldner will bezahlt werden, und Durst hat er auch. Also muss schnell eine Schatzkammer her, und eine Brauerei sowieso, oder besser gleich zwei. Außerdem täte man gut daran, den technologischen Fortschritt voranzutreiben, um Fallen zu entwickeln, welche euch dabei helfen den einfallenden Heldenhorden Herr zu werden. Und wenn wir schon dabei sind, könnten wir auch gleich …

Wir bremsen uns an dieser Stelle, da klar geworden sein dürfte, wie der Dungeonausbau funktioniert. Doch das ist nur die eine Hälfte des Spieles. Denn während ihr eure Untergebenen unter Tage indirekt kontrolliert, wird aus Dungeons 2 plötzlich ein Echtzeitstrategiespiel, sobald ihr die Oberwelt betretet, um dem steten Nachschub an Helden Einhalt zu gebieten. Zerstört dazu deren Lager, Häuser und Städte, erschlagt Einhörner und Zauberer, und macht die Welt damit endlich wieder zu einem so richtig bösen Ort. Behaltet dabei jedoch stets ein Auge auf euren Dungeon, denn die Zeit steht während eurer Feldzüge nicht still.

Das ist gut

Was Dungeons 2 in erster Linie nicht nur auszeichnet, sondern auch über andere ähnlich geartete Genrevertreter erhebt, ist die äußerst humorige Aufmachung, der man sich von der ersten Spielminute an nicht entziehen kann. Das fängt mit der bunten Riege an maßlos überzogenen Klischees an und hört bei dem omnipräsenten Erzähler noch lange nicht auf, der uns mit seinen situationsabhängigen Kommentaren immer wieder zum Lachen brachte. Eure Untergebenen sind zudem sympathisch gestaltet, und wachsen mit der Zeit so richtig ans schwarze Herz. Doch nicht nur die Präsentation ist sehr gelungen, auch die Feldzüge über Tage wissen in spielerischer Hinsicht zu überzeugen, womit die Macher auch gleich die größte Scharte des Vorgängers auswetzen, der zuweilen als recht langweilig galt. Dieses Problem hat Dungeons 2 freilich nicht, denn irgendetwas gibt es hier immer zu tun.

Das ist schlecht

In der Previewversion hatten wir zuweilen mit der Steuerung zu kämpfen, die es unserer göttlichen Hand im Dungeon schwer machte, kleinere Objekte wie Heiltränke gezielt aufzunehmen. Auch gestaltete sich die Schrift äußerst klein, was im Falle der Untertitel dank der guten Vertonung nicht weiter ins Gewicht fällt, uns beim Lesen der Hinweise aber immer wieder Nahe an den Bildschirm rücken ließ.

Selten hat es so viel Spaß gemacht, böse zu sein! Ebenso liebevoll wie humorig präsentierte Mischung aus Dungeonbau und Echtzeitstrategie, welche zu keinem Zeitpunkt Langweile aufkommen lässt und damit die größte Schwäche des Vorgängers gekonnt ausmerzt.