„Dragon Ball Z: Kakarot“ im Test für PS4 – Für all diejenigen, deren erste Amtshandlung es nach der Schule war, RTL 2 einzuschalten, um sich Müsli auf der Couch mümmelnd die neueste Folge „Dragon Ball Z“ reinzuziehen, geht mit dem neuen Spiel aus Akira Toriyamas beispiellos erfolgreichen Manga-Universum ein kleiner Traum in Erfüllung. Mit „Dragon Ball Z: Kakarot“ ist nämlich nicht weniger als die komplette Z-Saga in die Form eines Action-Rollenspieles gegossen worden. Soll heißen, wir dürfen von Radditz bis Majin Boo alle ikonischen Momente der Serie noch einmal miterleben. Nur, dass wir den Bösewichten diesmal eben selber was aufs Maul hauen dürfen.

Natürlich gab es bereits viele „Dragon Ball“-Spiele, und einige davon waren sogar richtig gut, Entwickler Cyber Connect 2 möchte sich mit „Kakarot“ aber von dem Korsett eines reinen Prügelspieles lösen und schickt den Spieler dazu auf Reisen. Selbstverständlich sind spektakuläre Kämpfe an der Tagesordnung, dazwischen erkundet ihr jedoch eine den Fans wohlbekannte Welt, erfüllt Nebenaufgaben, sammelt Collectables, verdient euch im Minispielen Zutaten und levelt fleißig auf.

Anhand eines fiktiven Kampfes gegen den einstigen Fiesling aus der Vorgeschichte, Piccolo, wird euch gleich zu Beginn in einem ziemlich textlastigen Tutorial das Kämpfen beigebracht. Ihr düst dabei durch die Luft, feuert Energiebälle auf den Gegner, beharkt ihn im Nahkampf, dürft Dashen und Blocken und natürlich fette Specials zünden. Und wenn ihr dann auch noch wohlbekannte Unterstützungscharaktere an eure Seite ruft, geht der Punk auf dem Bildschirm so richtig ab und ihr seid voll drin im guten alten „Dragon Ball Z“-Fieber.

Kämpfe inszenieren konnten die „Dragon Ball“-Spiele aber schon immer. Wie sieht es also mit dem Rest aus? Zunächst einmal solltet ihr nicht auf eine weitläufige Open World hoffen. Die prägnanten Orte der Reihe sind in eigenständige Areale eingeteilt, zwischen denen ihr über eine Weltkarte wechseln könnt. Dennoch macht es gerade zu Beginn einen Heidenspaß mit Son Gokus Wolke Jindujun all die Orte zu erkunden, die wir aus der Serie kennen, den Boost zu zünden und dabei sogar noch Bergspitzen zu pulverisieren. Herrlich.

Nach einer gewissen Spielzeit kommt man jedoch nicht umhin zu bemerken, dass die Welt recht leblos daherkommt, die Nebenaufgaben so redundant wie einfallslos gestaltet wurden, die Minispiele auf Dauer nerven und man auch ohne die Buffs, welche euch das Kochen der gesammelten Zutaten verleihen, problemlos durch das Spiel kommt. Deutlich wichtiger sind die Z-Orbs, die ihr verdient und überall in der Welt einsammeln könnt, mit denen ihr im Skilltree neue Attacken und Fähigkeiten freischaltet.

Weitere Bedeutung beim Formen eures Charakters – oder besser: eurer Charaktere, denn in „Dragon Ball Z: Kakarot“ schlüpfen wir die Haut diverser Figuren – ist das sogenannte Community Board. Auf jenem platziert ihr gesammelte Münzen, die alle jeweils einer Figur zugeordnet sind und über verschiedene Werte in mehreren Kategorien verfügen. Je nachdem wo ihr die Münzen platziert, ergeben sich mal mehr, mal weniger günstige Konstellationen, die weitere Boni freischalten.

Hinsichtlich der Inszenierung stechen in „Dragon Ball Z: Kakarot“ vor allem die fantastisch animierten Charaktermodelle der Helden und Bösewichter hervor. Die Kämpfe als effektgeladen zu bezeichnen wird dem Spektakel kaum gerecht und auch der tolle Soundtrack dürfte insbesondere Fans ein paar Freudentränchen in die Augen treiben. Dem gegenüber stehen jedoch die teils kargen Umgebungen, eine oftmals ungünstig positionierte Kamera und lange Ladezeiten. Das ließe sich alles noch verschmerzen, dass man „Dragon Ball Z: Kakarot“ allerdings keine deutsche Synchro gegönnt hat, nehmen wir den Verantwortlichen dann aber doch übel.

Eine Offenbarung für „Dragon Ball“-Fans. Die komplette Z-Saga selber spielen, kämpfen und dabei noch die fantastische Welt von Akira Toriyama erkunden zu dürfen, ist schon ein Qualitätsmerkmal für sich. Allerdings verliert sich der Rollenspielanteil in redundanter Belanglosigkeit, dem der spielerische Unterbau abgeht. Inhaltlich wäre deutlich mehr drin gewesen, dafür ist aber auch „Dragon Ball Z: Kakarot“ optisch mal wieder verdammt fetzig und originalgetreu inszeniert.

"Dragon Ball Z: Kakarot" ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.