Ihr habt nicht die geringste Ahnung, wer Akira Toriyama ist? Und auch von Arc System Works habt ihr noch nie etwas gehört? Das ist zwar schade, aber auch verständlich, wenn man nicht gerade auf Mangas und Prügelspiele steht. Lasst euch von daher einfach gesagt sein, dass wir es in beiden Fällen mit absoluten Koryphäen in ihrem Sektor zu tun haben. Und wenn zwei solche Größen zu einem Spiel verschmelzen, kann daraus ja nur etwas Gewaltiges resultieren. So wie seinerzeit Son Goten und Trunks zu Gotenks fusionierten, um Boo zu besiegen, kulminiert die beispiellos erfolgreiche Marke „Dragon Ball“ unter der Federführung besagter Prügelexperten von Arc System Works zu „Dragon Ball FighterZ“. Quasi ein Super-Saiyajin unter den Beat 'em ups.

Darum geht’s:

Die Dragon-Ball-Franchise ist für spektakuläre Kämpfe bekannt, für gigantische Energiebälle, die Löcher in Planeten sprengen, und vor allem für den ikonischen Stil ihres Erschaffers Toriyama-san. Wie gemacht für ein Videogame, sollte man meinen, doch erst mit „Dragon Ball Fighterz“ ist es gelungen, diese Essenz in ein Spiel zu gießen. Denn im Gegensatz zum vermurksten „Dragon Ball Z: Extreme Butoden“ auf dem 3DS, durften sich die Macher von Arc System Works diesmal wieder auf ihre Kernkompetenz konzentrieren: Umwerfend gut aussehende 2-D-Klopper mit einer Top-Steuerung!

Herausgekommen ist ein team-basiertes Prügelspiel, welches der gezeichneten Vorlage nicht nur verblüffend ähnlichsieht und klingt, sondern sich auch noch so anfühlt. Denn sobald die muskelbepackten Recken aufeinander losgehen, brennt der Schirm!

Das ist gut:

Die Ästhetik des Spiels dürfte Fans der Vorlage sofort Freudentränen in die Augen treiben. Doch auch wenn man mit dem Original nicht vertraut ist, klappt einem ob des gezündeten Effekt-Feuerwerkes und der unverschämt stilsicheren Inszenierung erstmal der Unterkiefer runter. Der rockige Sound passt, es stehen die bekannten japanischen und englischen Sprecher zur Wahl und auch sonst wird in Sachen Präsentation durch die Bank schweres Geschütz aufgefahren.

Nun stehen Titel aus dem Hause Arc System Works üblicherweise für hochklassige, jedoch schwer zu erlernende Prügel-Kost. Wen das bisher abgeschreckt hat, den können wir beruhigen: „Dragon Ball FighterZ“ gibt sich erstaunlich einsteigerfreundlich. Bereits nach dem ersten Match werden Anfänger die eine oder andere Combo an den Mann gebracht und mindestens eine Super-Attacke gezündet haben.

Ist das Kampfsystem deswegen seicht? Nein, denn die wahre Kunst, um vor allem online gegen geübte Spieler oder die KI in den höheren Level des Arcade-Modus zu bestehen, ist nicht die Offensive, sondern die Defensive. Für jeden Angriff, und sei er noch so mächtig, gibt es die passende Antwort. Beantwortet einen bildschirmfüllenden Energiestrahl, indem ihr eine gleichwertige Super-Attacke startet, blockt im richtigen Moment oder kontert und kehrt damit den Vormarsch eures Kontrahenten um. Es ist wie beim Pokern: „Easy to learn, hard to master.“

Einen guten Start stellt von daher die Story dar, welche eine eigene neue Geschichte im Dragon-Ball-Universum erzählt. Im ersten von drei Kapiteln erlernt ihr in mehreren Tutorials die Grundlagen und Figuren kennen. Steht ihr zunächst noch alleine euren Gegnern gegenüber, gesellen sich bald diverse Mitstreiter zu eurem Team, aus denen ihr bis zu drei ins Feld führt. Im Kampf könnt ihr dann zwischen den Kämpfern wechseln, oder eure Mitstreiter für Unterstützungsmanöver kurzzeitig zu euch rufen. Da Figuren, die auf der Bank sitzen, langsam Lebensenergie regenerieren, erhält das System eine dezent taktische Note. Außerdem ändern sich die Einleitungssequenzen zu den Kämpfen je nach Kombination aus gewählten Figuren, Gegnern und Ort. Kenner der Vorlage freuen sich über zig Anspielungen auf die Vergangenheit der Anime- und Manga-Reihe.

Während ihr in der für ein Prügelspiel erstaunlich langen Kampagne zwischen den Kämpfen über eine Art Spielbrett zieht, und euch aufgrund der begrenzten Anzahl an Zügen gut überlegen müsst, welchen Weg ihr wählt, entscheidet im Arcade-Modus euer Können über die nächste Gegnerpaarung. Kassiert ihr in den Kämpfen gute Benotungen, steigt der Schwierigkeitsgrad, doch dafür winken am Ende des eingeschlagenen Pfades auch neue Kämpfer, die sich zum über 20-köpfigen Kader gesellen.

In der putzigen Online-Lobby verabredet ihr euch zu Matches gegen andere Spieler oder tragt euch für anstehende Turniere ein. Von hier aus erreicht ihr auch bequem jeden anderen Modus oder investiert die durchs Spielen verdiente Ingame-Währung „Zenni“ in sogenannte Z-Kapseln, die nach dem Zufallsprinzip kosmetischen Krimskrams wie verschiedene Lobbyavatare oder neue Farben für eure Kämpfer beinhalten.

Das ist schlecht:

Eine Solo-Kampagne mit gut zwölf Stunden Umfang ist in einem Beat 'em up alles andere als selbstverständlich und von daher mehr als löblich. Schade ist jedoch, dass die Geschichte reichlich seicht ausgefallen ist und die Zwischensequenzen trotz des über alle Zweifel erhabenen Grafikstils eher träge inszeniert sind.

Zudem stellen die Gegner im Laufe der Story keine echte Herausforderung dar. Es gibt zwar einen Level, in dem sowohl ihr als auch der Gegner ansteigt, doch selbst einen Kid Boo, der immer wieder mit weit über dem eigenen Wert liegender Erfahrungsstufe auf der Karte auftaucht, haut sogar ein Anfänger relativ problemlos aus dem Socken. Natürlich ist gerade die Kampagne darauf ausgelegt, dass möglichst jeder in dieser vorankommt, der Spannung ist dies jedoch äußerst abträglich.

„Dragon Ball FighterZ“ ist ab sofort für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

So was kamehamehabt ihr noch nicht gesehen! „Dragonball FighterZ“ präsentiert sich als wuchtig inszenierter 2-D-Klopper, der hinsichtlich der Nähe zur Originalvorlage neue Maßstäbe setzt. Neben der fulminanten Optik besticht das überraschend zugängliche Kampfsystem mit einer punktgenauen Steuerung, die selbst blutigen Anfängern gewaltige Special-Moves ermöglicht und Profis dennoch genug Tiefe zum Ausloten bietet.