In der Brust der Softwareschmiede Bethesda schlägt ein Herz für VR-Spieler. Das kürzlich veröffentlichte „Skyrim VR“ bietet mal eben so viel Spielinhalt wie sämtliche bisher erschienenen Titel für Sonys VR-Brille zusammen. Und wer dann immer noch nicht genug hat, der kann für die nächsten paar hundert Stunden in „Fallout 4“ durch die Postapokalypse streunen. Letzterer Trip kann aktuell zwar nur von HTC Vive-Besitzern gebucht werden, wir sind uns jedoch ziemlich sicher, dass demnächst auch Playstation-4-Spieler in den Genuss einer VR-Umsetzung kommen. Und bis es so weit ist, gibt es ja immer noch „Doom VFR“.

Darum geht’s:

Das Kürzel „VFR“ steht ganz Doom-like für „Virtual Fucking Reality“. Im Gegensatz zu den zwei eingangs genannten Mammut-Rollenspielen handelt es sich bei dem VR-Ableger der bluttriefenden Schießbude jedoch nicht bloß um eine 1:1-Umsetzung des derben Originals, sondern um einen eigens für VR entwickelten Ableger mit eigenem Protagonisten und eigener Geschichte.

Nun ist es kein Geheimnis, dass die Story in einem „Doom“ ungefähr den Stellenwert eines Frauenklos in einer Autowerkstatt einnimmt. Dennoch sei der Form halber erklärt, dass ihr diesmal in die Haut eines Mitarbeiters der auf dem Mars operierenden UFC schlüpft und gleich zu Beginn des Spieles von einem Höllendämon dahingerafft werdet. Euer Körper mag zwar futsch sein, euer Bewusstsein konnte sich jedoch in eine künstliche Matrix retten, von wo aus ihr schließlich einen Holo-Anzug kapert. Fortan ist es euer Ziel, das Tor zur Hölle wieder zu schließen und die Invasion aufzuhalten.

Das ist gut:

„Doom VFR“ macht in technischer Hinsicht für ein VR Spiel eine verdammt gute Figur. Die teils bekannten und teils neuen Gebiete, der altehrwürdiger Gegner-Kader, die Waffenmodelle und die feinen Licht- und Partikeleffekte kommen äußerst schick daher und dank einer stets flüssigen Bildrate ist die Immersion in den engen Gängen und weiten Hallen der Marsstation und Höllendimension angenehm hoch.

In Sachen Steuerung habt ihr die freie Wahl, ob ihr klassisch mit dem Pad spielt, oder aber mit zwei Move- beziehungsweise dem Aim-Controller in die Schlacht zieht. Allen Steuerungsvarianten gemein ist, dass ihr euch auf Knopfdruck von einem Punkt zum nächsten teleportieren könnt. Dies dient nicht nur der Fortbewegung, sondern ermöglich auch blutige Finisher, wenn ihr euch in einen geschwächten Gegner hineinteleportiert. Eine Aktion von taktischem Wert, da sie mit besonders viel Lebensenergie belohnt wird.

Wer über einen festen Magen verfügt, kann im Optionsmenü auch das freie Bewegen via Stick aktivieren, wodurch sich „Doom VFR“ mit Pad abgesehen von der Zielmechanik via Kopfbewegung und besagtem Teleport fast schon wie gewohnt spielt. Das klappt soweit auch ganz gut, ist der Immersion jedoch abträglich, die mit Aim- oder Move-Controllern natürlich deutlich höher ist. 

Das ist schlecht:

Leider haben die beiden letztgenannten Steuerungsoptionen dafür aber auch ihre Tücken. So genießt ihr zwar nur mit zwei Move-Controllern die volle Kontrolle über eure beiden Arme, dafür ist das Navigieren durch die Spielwelt extrem erschwert. Speziell in hektischen Kampfsituationen ist das Fehlen von Analog-Sticks euer größter Feind.

Der Aim-Controller hat solche Sticks, fungiert jedoch nur als euer rechter Arm im Spiel, während der linke stets in einer festen Position und Höhe verharrt. Da man den Aim-Controller jedoch mit zwei Händen führt, wirkt das natürlich äußerst befremdlich, zumal es bei Überschneidungen auch noch zu unschönen Grafikfehlern kommt.

Aus unserer Sicht klappt es mit dem Pad auf Dauer am besten, wobei der Spaß nach einigen wenigen Stunden dann auch schon wieder vorbei ist. Zwar wurde einem in dieser arg kurzen Zeit eine der besten VR-Kulissen bisher geboten, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass „Doom VRF“ in spielerischer Hinsicht ähnlich wie sein großer Bruder enorm vorhersehbar ist. Auf ruhige Erkundungspassagen folgt stets eine Arena, in der sich euch massenweise Dämonen entgegenwerfen. Sind diese entsorgt, geht es gechillt weiter. Originell ist das nicht, Spaß macht es trotzdem!

„Doom VRF“ ist ab sofort für Playstation VR erhältlich!

Blutige Schießbude für Zocker mit festem Magen. In technischer Hinsicht ist „Doom VFR“ ein echter Hingucker und der wohl schönste Titel für Sonys VR-Brille bisher. Leider erweist sich keine der drei Steuerungsmethoden als optimal und die Spielzeit ist mit nur wenigen Stunden recht knapp bemessen.