Ein weiser Mann sagte einst: Doom ist, wer Doomes tut. Na ja, oder so ähnlich zumindest. Doch das Prinzip der legendären Spielreihe, die 1993 ihren Anfang nahm und vom Stand weg Videospiel-Geschichte schrieb, ist damit schon recht gut umrissen. Denn während sich moderne Shooter so wie Frauen immer weiter entwickeln, komplizierter und subtiler werden, ist 'Doom' eher wie ein rülpsender Kumpel aus alten Tagen, den die Freundin nicht mag und mit dem man stumpf einen saufen geht wie vor 20 Jahren! Womöglich ist auch das der Grund, weshalb man den aktuellen Teil nicht 'Doom 4' genannt hat. Denn 'Doom' sagt eigentlich schon alles!

Darum geht's:

Insofern seid ihr sicherlich nicht sonderlich überrascht, dass der Ego-Shooter aus dem Hause id Software abermals auf einer Station auf dem Mars beginnt, die von Dämonen aus der Hölle überrannt wurde. Das Ziel ist von daher dasselbe wie eh und je: Jagt das Pack dahin zurück, wo es hergekommen ist! Mehr gibt es zu der Story nicht zu sagen!
Als beinharter Söldner bedient ihr euch dazu des gleichen Waffenarsenals wie im letzten Jahrhundert: Pumpgun, Raketenwerfer, BFG 9000 und natürlich auch der ikonischen Kettensäge! Deckung oder regenerierende Lebensenergie sucht ihr in diesem Hochgeschwindigkeits-Shooter vergebens. Nur wer stetig in Bewegung bleibt und dabei ballert, was das Zeug hält, hat eine Chance gegen die immer wieder gegen euren gestählten Leib brandenden Wellen von Dämonen zu bestehen. Denkt nicht lange darüber nach, was ihr tut, sondern handelt ganz einfach!

Das ist gut:

Frei von dem ganzen Ballast, der das Shooter-Genre über all die vielen Jahre seines Bestehens hinweg immer sperriger gemacht hat, spielt sich Doom herrlich ungeniert und direkt. Wenn sich was bewegt, schieß drauf. Punkt aus! Da das Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde extrem flott läuft, verfallt ihr bald in einen nur auf den ersten Blick stumpfen Blutrausch. Denn neu ist, dass ihr angeschlagenen Gegnern im Nahkampf auf besonders brachiale Art und Weise den Rest geben könnt. Das äußert sich nicht bloß in einer überraschenden Vielzahl an derben Finishing-Animationen, sondern wird auch noch mit einem ordentlichen Batzen an Lebensenergie belohnt. Ihr erinnert euch: Decken und Regenerieren ist nicht drin! Zersägt ihr die Brut dagegen mit der Kettensäge, wird Munition spendiert. Mit dieser Mechanik im Hinterkopf tanzt ihr zu der satten Soundkulisse bald ein Splatter-Ballett, das sich gewaschen hat und heutzutage seinesgleichen sucht.

Als Zugeständnis an moderne Baller-Statuten dürft ihr eure Figur und auch die Waffen aufleveln. So verfügt ihr bald über einen Doppelsprung oder greift auf Zweitfunktionen eurer Waffen zurück. Verschießt mit der Pumpgun zum Beispiel explosive Munition oder mit dem Raketenwerfer drei Geschosse auf einmal. Derlei Kinkerlitzchen hätte es für ein 'Doom' sicherlich nicht bedurft, und doch sind speziell die Zweitfunktionen durchaus praktisch und vor allem spaßfördernd.

Das ist schlecht:

Und das ist auch immens wichtig, wenn man sich den arg reduzierten Ablauf des Spieles vor Augen hält: Ihre rennt durch die gefühlt immer gleichen Areale der Mars-Station oder Hölle, stellt euch Gegnerwelle um Gegnerwelle, nur um gleich darauf genau dasselbe zu tun. Und über die gesamte Kampagne hinweg, die immerhin gut zehn Stunden dauert. Hinzu kommt auf den Konsolen eine eher zweckmäßige Technik mit ständig sichtbar nachladenden Texturen und langen Ladezeiten. Letztere fallen auf der Playstation 4 zwar insgesamt etwas kürzer aus, doch auch dort kann es bis zu 30 Sekunden dauern! Eine echte Bremse für den auf Geschwindigkeit getrimmten Spielfluss.

Leider ist auch der Multiplayer-Modus (bisher) mit seinen lediglich neun Maps noch recht limitiert und dezent öde. Da man der Community mit 'Snapmap' einen potenten Leveleditor zum Erstellen neuer Karten für Einzel-, Mehrspieler- und sogar Koop-Modus an die Hand gegeben hat, dürfte sich das allerdings schnell ändern! 'Doom' ist ab sofort für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich!

Ein Spiel wie ein Presslufthammer: schnell, laut und schmutzig! 'Doom' setzt auf einen rohen und brachialen Spielablauf, der mehr an eure Instinkte appelliert als euren Verstand. Das tranceartige Ballern und Metzeln funktioniert tadellos, bis man durch den Blutschleier hindurch dann irgendwann bemerkt, dass es auf Dauer an Abwechslung mangelt. Auf Konsolen nerven zudem Macken in der Technik.