„Ein Spiel wie ein Presslufthammer: Schnell, laut und schmutzig“, so unser äußerst wohlwollendes Fazit zum Test der im letzten Jahr erschienenen Neuauflage des Kult-Shooters „Doom“. Das Gore-Fest kam bei Presse und Spielern äußerst gut an. Dass ein derart blutiges Action-Ballett aber anderthalb Jahre später in die deutlich kleinere Switch-Wohnung ziehen sollte, hat uns dann doch sehr überrascht. Normalerweise gilt die Nintendo-Gegend ja eher als familienfreundlich und ein Technik-Monster wie „Doom“ hat dann ja doch so einiges an Gepäck dabei. Aber es ist vollbracht! Wir verraten euch, ob sich der rasante Erwachsenen-Shooter auf der Switch eingelebt hat.

Darum geht’s:

Wer bisher nur Bahnhof verstanden hat, der findet hier unseren Test zur Playstation-4- und Xbox-One-Version des Ego-Shooters. Wir fassen dennoch kurz zusammen, worum es geht: Knallharter Marine ballert sich auf einer Forschungsanlage auf dem Mars durch eine Horde invasiver Dämonen. Sind diese oft genug getroffen worden, beginnen sie zu leuchten, was der Spieler als Einladung zu einem äußerst brutalen „Glory Kill“ getauften Nahkampf-Finisher verstehen darf. Dafür werdet ihr mit Munition und Lebensenergie belohnt, was dem Spiel, welches auf regenerierende Panzerung und Gesundheit verzichtet, tatsächlich einen Hauch Taktik verleiht. Nachdenken sollte man allerdings nicht allzu viel, denn „Doom“ ist vor allem eines: Schnell!

Das ist gut:

Und tatsächlich ist es Bethesda trotz all der Einbußen, auf die wir noch zu sprechen kommen, gelungen, die rauschhafte Spieldynamik auf die kleine Switch zu retten. Speziell im Handheld-Modus kommt man zudem nicht umhin zu staunen, dass dieses Experiment überhaupt gelungen ist.

Doch das ist es und mit seinem dann doch eher simplen Spielablauf bietet sich die Dämonenhatz für eine schnelle Runde unterwegs förmlich an. Auch wenn das bedeutet, dass Eltern ihren Kindern die Switch wegnehmen müssen. Denn die Blutdusche schreckt auch auf der Nintendo-Konsole nicht vor derben Bildern und expliziter Gewaltdarstellung zurück.

Mit an Bord sind zudem alle auf den großen Konsolen nachgereichten Extras, wie der Arcade Modus sowie die Mulitplayer-DLC’s. Letztere müssen Käufer der Cartridge-Variante des Spiels jedoch wie den gesamten Multiplayer-Part erst herunterladen, da dieser keinen Platz auf dem kleinen Modul gefunden hat. Wer sich für die digitale Variante entscheidet, sollte sich, sofern noch nicht vorhanden, dringend eine Speicherkarte zulegen, da „Doom“ mit seinen 22 Gigabyte den internen Speicher fast vollkommen für sich vereinnahmt. Der „Snapchat“ Level-Editor ist übrigens nicht mehr mit an Bord.

Das ist schlecht:

So faszinierend es ist, einen derart wuchtigen AAA-Titel auf einem Handheld zocken zu können, so ernüchternd ist das Doom-Erlebnis mit der angedockten Switch auf dem großen Fernseher. Nicht nur die Texturen mussten ob der vergleichsweise schwachbrüstigen Hybrid-Konsole arg Federn lassen, auch die Auflösung wurde heruntergeschraubt und die Bildrate halbiert.

Während man das verwaschene Bild noch irgendwie verschmerzen kann, da man in „Doom“ ohnehin nicht stehen bleiben sollte, tun die übriggebliebenen 30 Bilder pro Sekunde dann schon etwas mehr weh. Die butterweichen 60 fps des Originals waren schließlich der adrenalingeschwängerte Herzschlag des irre rasanten Gameplays. Doch versteht uns bitte nicht falsch: Das Schlachtfest läuft größtenteils immer noch flüssig und geschmeidig über den Bildschirm. Wer jedoch die ursprüngliche Version kennt, wird sich seine Playstation 4 oder Xbox One schnell zurückwünschen.

Bliebe noch die Steuerung, die mit den kleinen Joy-Cons erwartungsgemäß etwas fummelig und eher unpräzise ausfällt. Wer längere Spielesessions plant, der greift von daher am besten auf den Pro Controller zurück.

"Doom" ist ab sofort für die Nintendo Switch erhältlich!

Ein solches Brett habt ihr unterwegs garantiert noch nicht gezockt! Vor allem im Handheld-Modus entfaltet das rauschhafte Gameplay eine enorme Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Die technischen Limitierungen sind zwar unübersehbar, doch auch auf der Switch bleibt „Doom“ was es war: Ein brutal guter Shooter!