Das ist schlecht:

An sich ist es natürlich eine gute Sache, dass man mehrere Durchläufe Zeit hat, sich in das umfangreiche Moveset der drei Figuren einzuarbeiten, bevor man sich einer ernsthaften Herausforderung stellen muss, allerdings hätte man das auch anders lösen können. Vorschlag 1: Weg mit V!

Der indirekte Kampfstil ist im Vergleich zu den gewohnt knackigen Gefechten, die ihr mit Dante und Nero ausfechtet, gefühlt zu chaotisch und unberechenbar. Ständig geht eure Figur im eindrucksvollen Effektgewitter unter, ist mal hier, dann da, und auch sonst sind wir mit dem poetisch vor sich hin säuselnden Knaben einfach nicht warm geworden.

Vorschlag 2: Von Anfang an mehr Anspruch! Natürlich muss man die Combo-Hilfe, die euch auf Knopfdruck die Arbeit abnimmt, nicht nutzen. Aber auch ohne kommt ihr mit stumpfem Button-Mashing relativ problemlos durch die "schwierigere" der ersten zwei Stufen. Da ihr gar keine andere Wahl habt, wird mindestens der erste Durchlauf lächerlich einfach und die emotionale Bindung an das Spielgeschehen im Casual-Ofen verfeuert.

In Verbindung mit dem einseitigen Missionsdesign wird „Devil May Cry V“ recht schnell monoton. Ihr lauft ein paar Meter, es tauchen Barrieren auf, die erst verschwinden, wenn ihr die wenig originellen Gegner vermöbelt habt, es folgt eine Zwischensequenz und die Nummer beginnt von vorne. Hier und da gibt es etwas zu entdecken und diverse Geheime Herausforderungen zu bestehen, aber das war es aber auch schon.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Umgebungen optisch gegenüber den fantastisch in Szene gesetzten Charaktermodellen und Cutscenes stark abfallen, und mit ihrer eher nüchternen und zweckmäßigen Gestaltung wenig Schauwert bieten. Die Online-Komponente, die andere Spieler oder deren Ghost irgendwo eurem Spiel auftauchen lässt, ist zudem kaum der Rede wert. Abgesehen von einer Bewertung des Kampfstils könnt ihr nämlich nicht miteinander interagieren.

„Devil May Cry V“ ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

Hemmungslos stylish inszeniertes Action-Spektakel der alten Schule. Mit seinen drei spielbaren Figuren bietet „Devil May Cry V“ einerseits die bislang umfangreichste Movepalette der Serie, aufgrund der zu Beginn viel zu niedrigen Schwierigkeit ironischerweise aber auch den geringsten Anspruch. Grandiose Gesichtsanimationen stehen dabei lieblosen Levels gegenüber, furiose Zwischensequenzen dem monotonen Missionsdesign. Da wäre mehr drin gewesen.