Das ist gut:

Die Echtzeit-Bewertung der Kämpfe über ein Style-Rangsystem war schon immer ein Aushängeschild der Reihe und ist natürlich auch diesmal wieder mit an Bord. Je abwechslungsreicher im kämpft, desto besser. Soll heißen, wer immer nur mit dem gleichen Schwerthieb auf seine Gegner eindrischt, wird über eine läppische C-Note nicht herauskommen. Wer jedoch auf einen Aufwärtshaken mit der Klinge ein paar Kugeln aus der Pistole folgen lässt, den Gegner dann via Devil-Breaker-Arm zu sich heranzieht, um mit aufgeladener Exceed-Anzeige eine Combo folgen zu lassen, und sich dann auch noch die Zeit nimmt, den Feind zu verhöhnen, bevor… 

Um es kurz zu machen: Der Möglichkeiten, sich den begehrten SSS-Rang zu erkämpfen, gab es dank diverser Waffen und Combos schon immer viele. In „Devil May Cry V“ treiben es die Macher jedoch mit den drei grundverschiedenen Sets der im Laufe des Spieles immer wieder wechselnden Spielfiguren auf die Spitze.

Die größte Neuerung stellt dabei V dar, der aufgrund seiner Gebrechlichkeit nicht selber kämpft, sondern Dämonen auf seine Gegner hetzt. Erst wenn Fernkampf-Vogel, Nahkampf-Panther und Haudrauf-Golem das Pack weichgeklopft haben, setzt V mit seinem Stock zum Finisher an. Nero indes führt neben Schwert und Pistole nun eine Vielzahl mechanischer Armprothesen ins Feld ins Feld, mit denen ihn die kesse Waffenexpertin Nico versorgt, nachdem er seinen organischen Dämonen-Arm einbüßen musste.

Da die Dinger jedoch relativ schnell zu Bruch gehen, wechselt ihr im Laufe der Missionen in fester Reihenfolge durch ein zuvor nach eurem Gusto und Spielstil festgelegtes Set, oder sammelt auf dem Schlachtfeld neue Arme auf. Jedes dieser Werkzeuge hat seine eigenen speziellen Fähigkeiten, von der fliegenden Düsenfaust bis hin zum Einfrieren der Zeit, so dass für jede erdenkliche Kampfsituation das richtige Hilfsmittel dabei sein sollte. Als wäre das alles noch nicht genug, wäre da aber ja auch noch Haudegen Dante, der mit nicht weniger als vier verschiedenen Kampfstilen auftrumpft, die in Kombination mit seinem reichhaltigen Waffenarsenal genug spielerische Bandbreite für ein eigenständiges Spiel geboten hätten.

Fans komplexer Hack’n’Slay-Kampfsysteme kommen also voll auf ihre Kosten und werden das Spiel gleich mehrmals durchspielen müssen, da ihr in einem Durchgang unmöglich genug rote Orbs einsammeln könnt, die als Währung für neue Fähigkeiten und Combos dienen. Da die zu Beginn verfügbaren zwei Schwierigkeitsgrade jedoch ohnehin viel zu leicht sind, geht es für Veteranen und Profis sowieso erst in den vier freizuschaltenden knackigeren Stufen so richtig zur Sache. Der Rest ist bloß Training.

Dank der RE-Engine – die schon mit der Neuauflage von „Resident Evil 2“ zeigen durfte, was sie drauf hat – bewegt sich die Gestaltung der Figuren und speziell deren Mimik technisch auf einem irre hohen Niveau. Von daher zieht man sich die herrlich überzogenen Zwischensequenzen, welche die zugegebenermaßen äußerst dünne Geschichte mit diversen Zeitsprüngen weiterspinnen, gerne mehrmals rein. Und spätestens ab Stufe 4 fangen die teils ziemlich coolen Endbosse dann auch mal an, sich zu wehren.

Technisch schlagen sich auch die alten Konsolen recht gut, allerdings ist der Zugewinn an Detailschärfe und Spielgeschwindigkeit auf den potenteren Konsolenversionen X und Pro, vor allem in 4K, wie immer signifikant. Die One X kommt wie stets mit dem knackigsten Bild daher, während die alte Xbox One am anderen Ende der Skala das an niedrigsten aufgelöste Bild liefert.