Die Spiele des französischen Gamedesigners David Cage und seiner Spieleschmiede Quantic Dream polarisieren seit jeher. Mit „Fahrenheit“ auf der Playstation 2 wollte Cage nicht weniger, als die festgefahrene Erzählform in Videospielen revolutionieren und überraschte mit einem interaktiven Film, dessen wichtigstes Element die eigene Entscheidung darstellte. Der düstere Thriller „Heavy Rain“ warf dann die Frage auf, ob Videospiele Kunst seien, aber auch, wieviel Film ein Spiel verträgt. Das ambitionierte „Beyond: Two Souls“ sollte schließlich über seine eigenen Beine stolpern und konnte nicht mal im Ansatz an den emotionalen Impact anknüpfen, den „Heavy Rain“ hinterlassen hatte. Der vierte Cage’sche Spielfilm „Detroit: Become Human“ möchte es nun wieder besser machen, und entführt uns dazu in eine nahe und gar nicht so unwahrscheinliche Zukunft.

Darum geht’s:

2012 veröffentlichte Quantic Dream eine grandiose Demo namens „Kara“. In dem, für die damalige Zeit, spektakulär animierten Kurzfilm entwickelte ein Androide während des Zusammenbaus plötzlich Gefühle und ließ die Zuschauer mit offenen Mündern und Tränen in den Augen zurück. Das Scheitern von „Beyond: Two Souls“ ist sicherlich nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Community auf ein Spiel um eben jenen lebendigen Androiden gehofft hatte, knapp ein Jahr später aber nur eine wirre Gesichte um einen Geist serviert bekam.

Der Grafikpower der Playstation 4 sei Dank, treffen wir Kara in „Detroit: Become Human“ aber nun endlich wieder. Oder zumindest ein Exemplar ihrer Modellreihe, denn im Jahr 2038 sind Androiden kaum noch aus dem Alltag wegzudenken. Sie helfen im Haushalt, pflegen Alte und Kinder und schuften in Fabriken. Doch während sich der technologische Fortschritt in ungeahnte Höhen aufschwingt, stürzt die Gesellschaft umso tiefer ab.

Durch den Einsatz von Androiden ist gut ein Drittel der Bevölkerung arbeitslos. Anfeindungen und offener Hass gegen die künstliche Intelligenz sind alltäglich. Das muss auch Kara erleben, die im Haushalt eines zutiefst verbitterten und drogensüchtigen Mannes die Drecksarbeit erledigen muss. Der Android Markus hat indes vermeintlich mehr Glück, dessen wohlhabender Besitzer ihn Lektionen in Menschlichkeit lehrt. Connor wiederum ist ein hochspezialisierter Prototyp, der im Auftrag des Herstellers CyberLife der Polizei dabei helfen soll herauszufinden, warum immer mehr Androiden entgegen ihrer Programmierung handeln und vor ihren Besitzern fliehen, oder diesen gar Gewalt antun.

Soweit die Ausgangslage. Was dann passiert liegt an euch.