Das ist gut:

Die Tatsache, dass das Extrahieren eben jener DNS dergestalt vonstattengeht, arglosen Menschen ihre Gehirne aus dem Kopf zu reißen, verdeutlicht bereits die herrlich steile Marschrichtung in Richtung B-Movie. „Destroy all Humans!“ bedient sich des Trash-Charmes eines „Mars Attacks“ und spielt dazu passenderweise in einem hemmungslos überzeichneten Amerika der 50er Jahre.

Hinter jedem Busch lauert der gefürchtete Kommunismus, der für jeden auch noch so kleinen Bruch des heilen Weltbildes als Sündenbock herhalten muss. Und wenn man was nicht kennt, dann schießt man am besten erstmal drauf. Könnte ja ein Kommunist sein.

Da haben sich die bigotten Karikaturen des amerikanischen Traums mit Crypto-137 allerdings den falschen ausgesucht, der seinen Anspruch als neuer Herrscher der Erde vehement durchzusetzen gewillt ist. 

Von dem im All schwebenden Mutterschiff macht ihr euch dazu mit eurem Ufo zu den Missionen in sechs verschiedenen Gebieten auf. Dort angekommen bewegt ihr euch meist in Third-Person-Shooter-Manier per pedes durch die weitläufigen Areale.

Mit einem stetig wachsenden Arsenal an futuristischen Waffen – darunter auch die legendäre Analsonde – heizt ihr der Bevölkerung, Soldaten, Geheimdienstlern und Polizisten ordentlich ein. Verbrennt sie, elektrisiert sie, ploppt ihrer Gehirne raus, oder schleudert sie in hohem Bogen durch die Gegend.

Oft ist aber auch Leisetreterei angesagt. Übernehmt ihr die Gestalt eines Menschen, könnt ihr euch ungefährdet unter ihresgleichen bewegen, solange ihr die Tarnung via Gedanken-Scan aufrechterhaltet und keine technisch hochgerüsteten Agenten euch durchschauen.

So gelangt ihr in schwerbewachte Gebiete, kommt an Schlüsselcodes, oder müsst als Bürgermeister das stets recht dümmliche und hoffnungslos naive Volk mit einer gelungenen Rede („Die Kommunisten sind schuld!“) auf eure Seite bringen.

Zuweilen besteigt ihr auch eure fliegende Untertasse, um aus der Luft eine Schneise der Vernichtung durch die Gebiete zu lasern. Wie auch Cryptos Arsenal lässt sich die Bewaffnung eures Ufos verbessern und erweitern, indem ihr fleißig DNS sammelt, die ihr auf eurem Mutterschiff gegen Upgrades eintauscht.

Die humorige und überzogene Inszenierung des Ganzen hat ihren Weg unbeschadet ins Remake gefunden, welches schon zu Beginn deutlich macht, dass es sich als originalgetreue Neuauflage versteht. Soll heißen, dass Kenner der Vorlage die gleiche Geschichte erleben und dabei die gleichen Missionen spielen. Modernisiert wurde aber natürlich dennoch.

Neben ein paar praktischen Ergänzungen und neuen Komfortunktionen im Gameplay, sowie dem Hinzufügen einer zusätzlichen Mission, die es nicht ins Originalspiel geschafft hatte, wurde dabei vor allem die Grafik ordentlich aufgehübscht und glänzt nun mit frischen Animationen, schicker Beleuchtung, Partikeleffekten und natürlich einer deutlich höheren Auflösung. Außerdem gibt es nun eine deutsche Sprachausgabe. Dickes Lob dafür.

Grafisch gibt es dabei keinen großen Unterschied zwischen den Konsolenversionen, wenngleich wir den Eindruck hatten, dass es in den Zwischensequenzen etwas ruckelt, und das ausgerechnet auf der Xbox One X ein wenig mehr als auf der PS4 Pro.

Unterm Strich steht: Dämlich grinsende Rednecks mit radioaktiven Kühen zu bewerfen macht immer noch ordentlich Laune. Mit dem Ufo Panzer auf Zirkuszelte zu werfen oder ganze Hochhäuser einzuäschern, nicht weniger. Tatsächlich erweist sich das anarchische Spielprinzip von „Destroy all Humans!“ als überraschend zeitlos. Wenn man sich auf den eigenwilligen Stil einlassen mag.