"Death Stranding" für Playstation 4 im Test – Nachdem bekannt wurde, dass Game Design-Mastermind Hideo Kojima und Publisher Konami getrennte Wege gehen und das angekündigte „Silent Hills“ nun nicht mehr erscheinen würde, wähnte die Enttäuschung darüber nur kurz. Kurz darauf erschien nämlich ein heißdebattierter Trailer, der ein neues, in Eigenregie entwickeltes Spiel von Kojima anteaserte. Ebenfalls mit Norman Reedus als Hauptfigur, ebenfalls unter Mitwirkung von Querdenker Guillermo del Toro.

Allerdings sollten die vielen Fragen, die der kryptisch inszenierte Clip aufwarf, selbst bis kurz vor Veröffentlichung nicht zufriedenstellen beantwortet werden. Weitere Trailer hin, erste Spieleindrücke auf Messen her – bis zuletzt fragte sich die darbende Community, worum zur Hölle es bei „Death Stranding“ denn nun eigentlich geht. Wir haben uns nun aber durch Kojimas phantastische Vision eines postapokalyptischen Amerikas gekämpft und verraten euch im Test, ob der „Metal Gear“-Erfinder abermals ein Meisterwerk abgeliefert hat.

Darum geht’s:

Kojima sprach im Vorfeld davon, mit „Death Stranding“ ein neues Genre erschaffen zu haben. So ganz können wir ihm nicht zustimmen, hat er im Prinzip doch nur die Paradigmen des guten alten Open-World Action-Adventures umgedreht. So könnt ihr zwar kämpfen, doch das spielt hier ausdrücklich nur die zweite Geige, während die sonst so ungeliebten Bringdienste von A nach B wiederum zum zentralen Kernelement des Gameplays erklärt werden. Ihr seid nämlich kein Held im klassischen Sinne, ihr seid ein Lieferjunge. Allerdings kommt das in der isolierten Welt von „Death Stranding“ einem Helden gleich.

In der Rolle von Sam Porter Bridges, gespielt von „The Walking Dead“-Star Norman Reedus, ist es eure Aufgabe, die zersplitterten Fragmente der amerikanischen Nation wieder zu vernetzen. Jene ist durch ein übernatürliches Ereignis, dem namensgebenden „Death Stranding“, zuvor nahezu komplett vernichtet worden. Die Seelen der Toten begannen sich in der Welt der Lebenden zu manifestieren, Leichen lösten aufgrund der verschobenen Dimensionen fortan gewaltige Explosionen aus und der geheimnisvolle Zeitregen lässt alles binnen Sekunden altern, was damit in Berührung kommt.

Also haben sich die Menschen hinter dicken Mauern und in tiefen Bunker verkrochen, wo sie der Dienste mutiger Lieferanten harren, welche sich tapfer den Widrigkeiten der Welt da draußen stellen, um die Außenposten der Menschheit mit Lebensmitteln, Medikamenten und was sonst noch so benötigt wird zu beliefern. Um das zu vereinfachen, versuchte eine von den Resten der Regierung geplante Expedition ein Netzwerk aufzubauen, welches derart viele Daten zu übertragen in der Lage ist, dass sogar feste Strukturen gesendet werden können. Sie scheiterte jedoch, und zu allem Überfluss wurde die Tochter der Präsidentin dabei auch noch von Terroristen gefangenen genommen. Und da kommt ihr ins Spiel.

Sam Porter Bridges, eine Lieferanten-Legende, soll nicht nur das Land von Ost nach West durchqueren, um die holde Maid in Nöten zu retten, sondern unterwegs auch noch die Menschen an den einzelnen Knotenpunkten miteinander vernetzen. Und wenn er schon mal dabei ist, sich über Berge und durch Flüsse zu schleppen, kann er ja auch gleich noch überall Fracht ausliefern.