Der erste Aufmarsch der Doppel-D-Riege auf den neuen Konsolen ist ein Deja Vu. Denn anstatt endlich den längst fälligen sechsten Teil auf den Markt zu werfen, handelt es sich bei Dead or Alive 5: Last Round abermals um eine Neuauflage. Eifert man im Hause Team Ninja damit etwa den Mannen von Capcom nach, die eine derartige Veröffentlichungspolitik bereits seit seligen Super-Nintendo-Tagen betreiben? Man weiß es nicht.

Darum geht's:

Fangen wir vorne an: Der offizielle fünfte Teil der schlüpfrigen Prügelserie erschien bereits im September 2012 auf Playstation 3 und Xbox 360. Nur ein Jahr später folgte auf den gleichen Systemen mit Dead or Alive 5: Ultimate eine Version mit größeren Brüsten … pardon, größerem Umfang bezüglich der Kämpferriege und den Stages, sowie einigen Features der Playstation-Vita-Version Dead or Alive 5 Plus. Des Weiteren schwirrte in den Online-Stores noch eine Free-2-Play Variante namens Dead or Alive 5 Ultimate: Core Fighters herum, die sich mittels kostenpflichtigen DLCs zur Vollvariante aufbohren ließ. Alles klar!?
Wenn nicht, ist das jetzt auch egal, da ihr mit Last Round nun das absolut ultimative, sowas von komplette Gesamtpaket zum schmalen Preis für knapp 40 (PS4, Xbox One), beziehungsweise 30 Euro (PS3, Xbox 360) erstehen könnt. Besitzer von Ultimate auf den alten Kisten müssen sich indes nicht grämen, können sie doch für 25 Euro auf Last Round Upgraden und sogar die alten Speicherstände weiterverwenden. Wer daran kein Interesse hat, lädt sich zumindest den Kompatibilitäts-Patch herunter, um auch ohne groß Geld auszugeben mit Last Roundern online zocken zu können.

Das ist gut:

Als mittlerweile dritte Inkarnation ein und desselben Spieles, welche alle bisher erschienen Zusatzinhalte vereint, hat Last Round so einiges zu bieten. Zu dem ohnehin schon großen Kader gesellt sich mit dem Schulmädchen Honoka eine komplett neue, und mit dem Endboss aus dem ersten Teil eine bereits bekannte Spielfigur, sodass der Kader nun satte 34 vorwiegend weibliche Kämpfer umfasst. Auch die Stageauswahl kann sich mit über 26, teils aus mehreren Ebenen bestehenden Arenen mehr als sehen lassen. Hinzu kommen noch die unzähligen verschiedenen Kostüme für die Kämpfergarde, doch dazu später mehr.
Natürlich haben sich die gutbestückten Mädels auch diesmal wieder für euch unters Messer gelegt, und erstrahlen besonders auf den neuen Konsolen im neuen Glanz. Dabei sticht die deutlich verbesserte Darstellung der Haut sofort ins Auge, welchem auch technisch mit einer Auflösung von 1080p und butterweiche 60 Bildern pro Sekunde geschmeichelt wird.
Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Das Kampfsystem gibt sich immer noch recht einsteigerfreundlich, ohne dabei Profis zu vernachlässigen, die mit genug Erfahrung erstaunlich viel Komplexität aus dem Spiel herauskitzeln und notorische Buttonmasher damit klar auf ihre Plätze verweisen. Wer sich das nicht gefallen lassen will, trainiert im vorbildlich unfangreichen Tutorial und erprobt sich daraufhin im nett gemeinten, aber extrem trashigen Storymodus. Seid ihr auch damit durch, widmet ihr euch den anderen Spielmodi wie Time Attack, Survival, Versus, Tag-Team-Battles, bis ihr dann schließlich fit genug seid, online in Einzelkämpfen oder gar in einem Turnier gegen 16 menschliche Kontrahenten anzutreten.

Das ist schlecht:

Last Round hat viel zu bieten, keine Frage. Nichtsdestotrotz ist eine in die Jahre gekommene Dame nach dem Besuch eines Schönheitschirurgen nicht wirklich jünger. Und so merkt man auch dem Titel trotz der optischen Frischzellenkur das Alter an. Ironischerweise sind diesbezüglich die maskenhaften Gesichter der Kämpfer(innen) sehr signifikant, die irgendwie an Schauspieler nach einer Botox-Behandlung erinnern. Auch den vielen Stages mangelt es an Details, es kommt vereinzelt zu Clippingfehlern und irgendwie wirkt alles etwas abgenutzt, was angesichts der Remake-Politik aber auch nicht weiter verwundert. Gerade als Fan der Serie dürstet es einem so langsam nach neuen Ideen und vor allem dem Ausmerzen alter Fehler. Denn die Kollisionsabfrage ist fast schon traditionell dezent ungenau, so dass manch ein Schlag auch gerne mal unverständlicherweise ins Leere geht.
Dreist finden wir zudem, dass sich Publisher Koei Tecmo trotz des allgegenwärtigen Hallo-ich-bin-ein-Komplettpaket-Stempels immer noch einen ganzen Schwung an Zusatzinhalten versilbern lassen möchte. Zwar geht es dabei nur um für den spielerischen Erfolg irrelevante Kostüme, wir befürchten aber dennoch eine weitere Neuauflage à la Dead or Alive 5: Ultimate Last Round Plus.

Definitiv mehr als nur die Summe seiner Körbchengrößen. Für die mittlerweile dritte Neuauflage von Dead or Alive 5 legten sich die drallen Mädels abermals unters Messer. Das Ergebnis ist eine optisch aufgefrischte, aber dennoch in die Jahre gekommene Dame mit reichlich (Brust)Umfang, die gutmütig zu Anfängern ist und Profis lobt! Das freut uns Männer …