Es war dem Autor dieser Zeilen schon immer ein Rätsel, weshalb der grandiosen „Darksiders“-Reihe nie die Aufmerksamkeit zuteil wurde, die sie verdient hat. Zugegeben, der vom Comic-Zeichner Joe Madureia etablierte Grafik-Stil mag nicht jeden ansprechen, in Sachen Spieldesign reihen sich die ersten beiden Abenteuer um die apokalyptischen Reiter jedoch in den dünnen Kader der Titel, die auf dem Action-Adventure-Olymp die gleiche Etage bewohnen wie ein „The Legend of Zelda“.

Dennoch (oder vielleicht gerade deshalb?) wollte sich nach der Pleite von THQ im Jahr 2013 zunächst niemand der Marke annehmen, bis nun endlich – ganze sechs Jahre nach dem Vorgänger – der dritte Reiter seinen Platz in der Apokalypse einnehmen darf: Fury, die einzige Frau der Truppe und so wütend, als habe sie seit Äonen PMS. Aber das sollte man ihr wohl besser nicht ins Gesicht sagen.

Darum geht’s:

Ein apokalyptischer Krieg tobt zwischen Himmel und Hölle, dessen Schlachtfeld die Erde ist. Die große übergeordnete Frage im ersten „Darksiders“ war, wer diesen Krieg vom Zaun gebrochen und damit das kosmische Gleichgewicht ins Wanken gebracht hat. Krieg, der Protagonist des Erstlings, soll als Sündenbock herhalten und liegt zu Beginn von Teil 3 noch in Ketten vor dem feurigen Rat, einer übergeordnete Instanz, die den Reitern ihre Macht verleiht.

Damit spielt "Darksiders 3", ebenso wie schon der Vorgänger, mehr oder weniger parallel zur Handlung von Teil 1. Da Tod sich aktuell auf einer Mission befindet, den Namen seines (zu Unrecht) gescholtenen Bruders reinzuwaschen („Darksiders 2“) und Hader grad nicht zu erreichen ist (der hoffentlich kommende vierte Teil), fällt es nun ausgerechnet der … charakterlich unsteten Fury zu, die Welt von den sieben Todsünden zu befreien. Wer also gehofft hat, endlich zu erfahren, wie es nach dem grandiosem Finale vom ersten Teil weitergeht, wird sich wohl noch etwas Gedulden müssen.

Ihr seht schon, ohne eine gewisse Vorkenntnis versteht man hier zu Beginn nicht allzu viel, zumal es „Darksiders 3“ versäumt, eine verständliche Zusammenfassung der Ereignisse zu liefern. Wobei man der Fairness halber sagen muss, dass diese ja genaugenommen auch noch gar nicht stattgefunden haben. Da Fury das alles aber ohnehin herzlich egal ist, und sie einfach nur alles und jeden töten möchte, könnt ihr dennoch ganz beruhigt mit Teil 3 in die Reihe einsteigen und bei Gelegenheit die beiden remasterten Vorgänger nacholen. Es lohnt sich!