Leiden liegt offenbar voll im Trend. Nicht nur, dass die Leute in Scharen ins Kino gerannt sind, um sich '50 Shades of Grey' reinzuziehen, auch das brandneue Werk der berüchtigten Spieleschmiede From Software erfreut sich entgegen des allgegenwärtigen Casual-Wahns einer erstaunlichen Beliebtheit. Da passt es ja ganz gut, dass die Japaner dieser Tage mit der Neuauflage von Dark Souls 2 Besitzern von PS4 und Xbox One die Möglichkeit bieten, den Klassiker neu zu erleben. Oder genauer: zu erleiden!

Darum geht's
Neben dem eigentlichen Hauptspiel bietet 'Scholar of the first Sin' wie es sich für eine Neuauflage gehört die drei bisher als DLC erschienen Zusatzepisoden „Crown of the Sunken King“, „Crown of the Old Iron King“, „Crown of the Ivory King und sogar einen neuen NPC. Dazu wurde natürlich der erweiterten Rechenpower Rechnung getragen, sodass das gesamte Spiel nun mit geschmeidigen 60 Bildern pro Sekunde und einer Auflösung von 1080p daherkommt. Das alles ohne Ruckler wohlgemerkt! Nun ist eine verbesserte Optik zwar immer willkommen, doch ein wahrlich neues Spielerlebnis ist das Remake in erster Line aufgrund der Neuverteilung von Gegnern, Fallen und Objekten, was trotz ansonsten unveränderter Welt dazu führt, dass selbst Kenner des Originals gefühlt wieder von vorne beginnen müssen. Okay, das liegt womöglich auch daran, dass man seine alten Speicherstände nicht übertragen kann, aber tatsächlich ist Dark Souls 2 nun noch schwerer, als es ohnehin schon war.

Das ist gut
Ein Souls-Fan ist hart wie Wolverines Adamatiumskelett, ihn lechzt nach Herausforderungen. Da kommt ein gesteigerter Schwierigkeitsgrad gerade recht. Doch abgesehen davon wirkt die Neuverteilung von Gegnern nun auch sehr viel stimmiger und steht in einem logischen Konsens zum erzählerischen Hintergrund, welcher übrigens durch zusätzliche Gegenstandsbeschreibungen in Scholar of the first Sin mehr Tiefe erhält. Das Gefühl, jetzt endlich das Werk erleben zu können, wie es eigentlich von Anfang an hätte sein sollen, wird zudem durch die beinhalteten DLC-Erweiterungen verstärkt, stehlen diese dem Hauptspiel doch fast schon die Show. Habt ihr als Besitzer des Originals die Crowns-Trilogie verpasst, braucht ihr also nicht länger nach einem Kaufgrund für das Remake zu suchen.

Das ist schlecht
Das größte Problem für Scholar of the first Sin stellt in gewisser Hinsicht das hauseigene Bloodborne dar. Zum einen, weil letztgenanntes Spiel als reines Next-Gen-Werk einfach mal sehr viel geiler aussieht, was die Kaufentscheidung für Zocker mit dünnem Portemonnaie nun mal nicht unmaßgeblich beeinflusst, und zum anderen, weil From-Software-Neulinge, die sich nach Bloodborne stark fühlen, bei Scholar of the First Sin garantiert gehörig aufs Maul fallen werden. Wieder und wieder und wieder. Aber gut, alten Hasen dürfte es aufgrund der Neuerungen nicht anders ergehen und schließlich gehört das ja irgendwie zum Konzept. In diesem Sinne: Wir haben euch gewarnt!

Ein Spiel wie ein Brandeisen. Dark Souls 2, das einst ebenso schwer wie gut war, ist nun noch schwerer und noch besser! Das Remake bietet dabei weit mehr als nur aufgebohrte Grafik und beschert auch alten Hasen ein erstaunlich frisches Spielerlebnis ... und natürlich abermals tausend Tode!