Der Clou ist hierbei, dass sich die Charaktere, die Storylines der Haupt- als auch der massenhaften Nebenmissionen in die Erinnerungen brennen und langfristige Eindrücke hinterlassen. Toll sind zudem die höchst unterschiedlichen Gang-Fraktionen in „Cyberpunk 2077“. Ihr werdet es hier mit The Moxies, den Tyger Claws, den Valentinos, Voodoo Boys, Animals, der Maelstrom- sowie der 6th Street Gang zu tun bekommen – ein großer Spaß.

Apropos Nebenmissionen – man kann sicherlich stumpf nur der Hauptquest folgen. Aber das wäre fatal, weil „Cyberpunk 2077“ auch seine Sidequests ausmachen: Die gestalten sich nicht nur abwechslungsreich, sondern bieten geniale Storys, reichlich Spannung und münden in meist beeindruckenden Nebenszenerien.

Wenn euch also Anrufe oder E-Mails am Handy erreichen … rangehen, lesen und annehmen, wenn ihr auf diesem Wege nach Hilfe gefragt werdet und Jobs auf euch warten. Außerdem winken bei den Nebenmissionen nicht nur reichlich Eurodollar, sondern ab und an auch spezielle, mächtige Waffen, Cyberware oder Ausrüstungsgegenstände.

Ein weiteres Highlight ist die Stadt selbst. Sich hier frei zu bewegen und das detailliert ausstaffierte Night City zu durchforsten, ist ein wahrer Genuss. Das kann man nicht nur zu Fuß tun, sondern auch mit dem Auto oder Motorrad. Hierbei allerdings muss man sagen, dass die Steuerung per Maus und Tastatur doch sehr holprig umgesetzt wurde. Abhilfe schafft hier nur ein Controller. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Minikarte, die sich nicht einen Millimeter verstellen oder zoomen lässt. So ist man durchweg gezwungen, in etlichen Situationen die große Map zu öffnen. Nicht förderlich.

Technisch gesehen hatten wir am PC mit Grafikkarten-Referenzmodell keine Probleme, lagen wir doch fast nie unter 50 FPS und das bei hohen bis ultrahohen Grafikeinstellungen. Während des Spielens hatten wir es nur mit verhältnismäßig wenigen Grafikbugs zu tun. Die meisten der Glitches oder Clipping-Fehler fielen erst beim genauen Hinsehen auf und sorgten dann meist nur für humorige Momentaufnahmen.

Insgesamt aber präsentierte sich „Cyberpunk 2077“ mit seinem phänomenalen Gamedesign grafisch als ein unglaublich stimmiges Spiel, das den Genrestil mit dieser weitschweifigen dystopischen Megalopolis perfekt rüberbringt.

Auf Konsole bleibt der spielerische Gehalt von Cyberpunk 2077 zwar der Gleiche, dennoch gestaltet sich die technische Lage vor allem auf PS4 und Xbox One dramatisch schlechter, was sich natürlich negativ auf das Spielgefühl auswirkt. Zwar läuft das Spiel auf den Next-Gen-Kisten flüssig, und sieht auch deutlich besser aus als auf den Konsolen der letzten Generation, dennoch basieren auch diese Versionen auf jenen der PS4 und Xbox One und sind entsprechend gleichermaßen von zahlreichen Bugs geplagt, die sich als echte Atmosphäre-Killer erwiesen haben.

Nimmt man die Current-Gen-Versionen für sich, ist der technische Zustand gar so dermaßen desolat, dass sich CD Project Red mittlerweile unter anderem dazu gezwungen sah, das Spiel aus dem Playstore zu entfernen (Stand 18.12.2020). Und das sagt so einiges.

Die Macher haben sich aber bereits ausdrücklich entschuldigt und zahlreiche Patches in Aussicht gestellt, sodass wir uns entschlossen haben, auf ein Konsolen-Fazit zu „Cyberpunk 2077“ in der jetzigen Form zu verzichten, bis der angekündigte Next-Gen-Patch erscheint, der das Spiel dann hoffentlich optisch auf das annähernde Niveau der PC-Versionen hievt. Besitzern der alten Daddelkisten können wir zum jetzigen Zeitpunkt nur dazu raten, mit dem Spielen zu warten, bis zumindest die gröbsten Mängel behoben wurden.

Fazit: Was lange währt, wird endlich gut? Nun, auf dem PC ganz sicher. Denn „Cyberpunk 2077“ ist ein intensives Spielerlebnis. Eines mit einer fantastischen Cyerpunk-Atmosphäre, die jeden Genrefan aufsaugt. Hier wurde zudem ein toller Mix aus Action-Game und Rollenspiel gefunden. Das ummantelt mit einem beeindruckenden Grafikdesign, einer zackigen Performance sowie einer tollen Spielmechanik. Alles wird dabei festgehalten von dieser wuchtigen, tiefschürfenden Geschichte. Hinzu kommen all die Freiheiten in Sachen Gamesplay und Charakterentwicklung. Auf dem PC haben CD Projekt Red nach der „The Witcher“-Reihe ein Spiel entwickelt, das sich den Stempel „Meisterwerk“ redlich verdient hat.

„Cyberpunk 2077“ ist ab sofort für PC, Xbox One, PlayStation 4 und Stadia erhältlich. Wer „Cyberpunk 2077“ auf Xbox Series X/S oder PlayStation 5 spielt, wird zu einem späteren Zeitpunkt ein kostenloses Upgrade erhalten, das die Hardware der Next-Gen-Konsolen vollständig ausnutzen und Besitzern der Xbox-One- respektive PlayStation-4-Fassung kostenlos zur Verfügung gestellt wird.