Das ist gut:

Remedy inszeniert dieses verheißungsvolle Setting zu Beginn gewollt verwirrend. Das ganze Gebrabbel um einen herum will so gar keinen Sinn ergeben. Dazu noch geisterhafte Erscheinungen, Büromitarbeiter die leblos in der Luft schweben, eine sich verändernde Umgebung … Ein Kollege brachte es mit den Worten „Holy, ist Control ein Mind-Fuck“ recht treffend auf den Punkt.

Zu ergründen, was es mit diesem, eines David Lynch würdigen, Szenario auf sich hat, ist eine der größten Motivationen beim Spielen. Zumal euch die Macher die Story nicht auf einem Silbertablett servieren. Wollt ihr Näheres wissen, müsst ihr euch schon aktiv auf die Suche nach Informationen machen und den vielen in den Leveln versteckten Aufzeichnungen, Dokumenten und Memos ihren Sinn entlocken.

Dazu dringt ihr nicht nur immer weiter in das verzweigte Gebäude vor, sondern bereist auch andere Dimensionen sowie ein rätselhaftes Motel. Dabei könnt ihr neben der Hauptstory auch optionalen Nebenaufgaben nachgehen, oder euch der Suche nach Geheimnissen widmen, indem ihr mit neu erworbenen Schlüsselkarten zuvor verschlossene Türen öffnet. Wie in einem Metroidvania lohnt es sich also, zuvor besuchten Bereichen besser ausgestattet einen weiteren Besuch abzustatten.

Apropos Ausstattung: Die zu Beginn gefundene, sogenannte Dienstwaffe wird im Spiel euer treuer Begleiter sein. Zunächst fungiert diese zwar lediglich als Pistole, im weiteren Verlauf mutiert das Objekt der Macht in euren Händen auf Knopfdruck zu Schrotflinte, Granatwerfer, Schnellfeuer- oder Scharfschützengewehr. Des Weiteren erlangt ihr im Laufe des Spieles diverse übernatürliche Kräfte, mit denen ihr euren Gegnern eine Druckwelle oder später sogar ganze Wände entgegenwerft, einen Schutzschild aufbaut, blitzschnell ausweicht oder euch in die Luft erhebt, solange es eure Psi-Ausdauerleiste erlaubt.

Da sich auch eure Munition einer übernatürlichen Quelle bedient müsst ihr nicht nachladen, sondern lediglich warten, bis die Waffe das von selbst erledigt hat, was umso länger dauert, je mehr ihr verfeuert habt. Eure Lebensenergie regeneriert sich indes nicht von selbst. Um am Leben zu bleiben, müsst ihr blaue Kugeln einsammeln, die von besiegten Gegner fallengelassen werden.

Zunächst noch ohne all diese genannten Fähigkeiten beginnt „Control“ als recht biederer Shooter. Erst im weiteren Spielverlauf kommt bei den Gefechten so richtig Freude auf. Zudem wird der Chaosfaktor höher, wenn plötzlich das halbe Levelinterieur durch die Gegend fliegt, und eure Feinde in einem Effektgewitter, das seinesgleichen sucht, zugrundegehen. Die Steuerung lässt, bis auf eine Kleinigkeit, nicht zu wünschen übrig.