Die finnische Spieleschmiede Remedy hat dem Autor dieser Zeilen so manch denkwürdigen Spieleabend beschert. Der erste Teil der „Max Payne“-Reihe nimmt in dessen persönlichem Best-of-all-time-Ranking gar einen Platz unter den ersten drei Spielen ein. Doch auch die Nachfolger und das grandiose „Alan Wake“ haben einen Ehrenplatz in seiner Spielhistorie inne. Mit „Quantum Break“ wurden wir indes nicht wirklich warm, wenngleich wir den innovativen Ansatz, ein Spiel mit einer Real-Serie zu kreuzen, durchaus anzuerkennen wussten. Der kreative Entwickler möchte sich nun mal stets weiterentwickeln, neue Wege gehen, und „Control“ stellt dabei den nächsten Schritt dar. Ob das Spiel das alte Feuer wieder zu entfachen weiß, verrät euch unser Test.

Darum geht’s:

Im Kern ist „Control“ ein effektgeladener Third-Person-Shooter, und damit prinzipiell die gewohnte Hausnummer von Remedy. Im Zuge der Entwicklung des Titels hat man das Wort „linear“ aber offenbar als verpönt erklärt, was sich nicht nur auf die Levelstruktur auswirkt, sondern auch auf das Storytelling. Aber von vorne:

Die Suche nach ihrem entführten Bruder führt Rotschopf Jesse Faden in den Amtssitz des Federal Bureau of Control, kurz FBC, welches sie für das Verschwinden des Jungen verantwortlich macht. Das Gebäude wirkt jedoch wie ausgestorben, lediglich ein wirr vor sich herplappernder Hausmeister verrichtet noch seinen Dienst und öffnet uns dankbarerweise einen Fahrstuhl.

Während wir Jesses vermeintlichen Selbstgesprächen lauschen, spüren wir das Büro des Direktors auf, der sich allem Anschein nach das Leben genommen hat. Etwas verlangt von uns, die Waffe aufzuheben, die neben dem toten Körper liegt, und Schwupps … ersetzt unser Konterfei jenes des alten Direktors auf den Bildern an den Wänden der Behörde. Jesse ist damit nun die neue Direktorin des FBC. Herzlichen Glückwunsch!

Das alles gestaltet sich tatsächlich noch sehr viel schräger, als es hier klingen mag, erklärt sich aber zumindest ansatzweise mit der interdimensionalen Struktur des Gebäudes. Das FBC widmet sich nämlich außerweltlichen Phänomenen, dem Kollidieren der Dimensionen und dessen Auswirkungen auf unsere Realität sowie der Untersuchung sogenannter „Objekte der Macht“, denen multidimensionale Energien innewohnen. Dummerweise ist dabei etwas schiefgelaufen und das sogenannte „Zischen“, eine Art Virus aus einer anderen Welt, hat die Mitarbeiter befallen. Jesse scheint immun zu sein, und so fällt ihr die Aufgabe zu, dem Zischen Einhalt zu gebieten, bevor es der Quarantäne des Gebäudes entkommen kann.