Für den einen sind Graffitis von Vandalen hingeschmierte Schandtaten, für andere bunte Farbkleckse auf den nur allzu oft grauen Mauern unseres Alltages. Abseits der diesbezüglich recht klaren Gesetzeslage mag man von dieser Form der Straßenkunst halten, was man will. Es lässt sich aber wohl kaum leugnen, dass es dem Menschen bereits seit Urzeiten zueigen ist, sein Umfeld durch Malereien lebendiger zu gestalten, um der Tristesse mit Kreativität und Farbfreude entgegenzutreten. Eben diesen Umstand erhebt das PS4-exklusive „Concrete Genie“ zum zentralen Spielelement.

Darum geht’s:

Die kleine Hafenstadt Denska war einst ein von Leben und Freude erfüllter Ort, beliebt bei Touristen und wie dafür gemacht, um Kinder großzuziehen. Doch diese unbeschwerte Zeit existiert lediglich noch als wehmütige Erinnerung im Kopf des bemützten Sonderlings Ash, der hier aufgewachsen ist. Der Ort ist nach einem Tankerunglück nur noch ein Schatten seiner selbst, schmutzig, verlassen und düster. Dennoch, und den Warnungen seiner Eltern zum Trotz, zieht es den Jungen immer wieder an die Promenade von Denska, wo er sich mit Skizzenbuch und Stift ganz seiner Fantasie hingibt.

Zu Beginn des Spiels wird Ash jedoch Opfer einer Gruppe randalierender Rüpel, die nicht nur seine Zeichnungen aus dem Heft reißen und in alle Winde verstreuen, sondern den verhassten Kreativkopf auch noch in eine Seilbahn sperren, die Ash zu einem Leuchtturm transportiert. Hier soll es angeblich spuken, und tatsächlich erwacht an einer Wand plötzlich ein von Ash gezeichneter Dschinn namens Luna zum Leben.

Das monströse Wesen erweist sich jedoch als herzensgutes Geschöpf, das Ash mit der Aufgabe betraut, Denska von der Finsternis zu befreien, die in Form einer schmierigen, tentakelbewehrten Masse zunehmend Besitz von dem Städtchen ergreift. Zu diesem Zweck verleiht es dem Jungen einen magischen Pinsel, mit dem er in der Lage ist, die Stadt wieder in Licht und Farbe zu tauchen.