Das ist gut:

Eines gleich vorweg: der berühmt-berüchtigte Charaktereditor erlaubt auch in der fertigen Version des Spieles, die Größe des männlichen Genitals oder der weiblichen Brüste zu justieren. Auf Wunsch startet ihr dann mit eurem frisch gebackenen Alter Ego nackt oder zumindest mit ein paar Fetzen am Leib in besagter Wüste, und müsst euch fortan Minecraft-artig alles selber erarbeiten. Am nahegelegenen Fluss sammelt ihr erste Rohstoffe, aus denen ihr Kleider fertigt, simple Waffen bastelt und einen ersten Unterschlupf errichtet, der auch als Spawnpunkt fungiert. Doch das markiert nur die erste Etappe auf einem langen Weg, an dessen Ende ihr ganze Festungen aus dem Boden stampft und euch mit tüchtigen Sklaven und üppigen Luxus eindeckt.

Anstelle eines Tutorials leiten euch dabei zunächst nur sogenannte „Reiseschritte“, die grob vorgeben, was zu tun ist, und deren Erfüllung mit Erfahrungspunkten belohnt wird. Auch das Sammeln von Ressourcen, das Kämpfen und Craften lassen Punkte auf euer Konto regnen, bis ihr aufsteigt und Talent- sowie Attributspunkte erhaltet. Erstere investiert ihr in neue Herstellungsrezepte für Ausrüstung, Handwerk, Bauteile und Deko-Elemente, letztere werden benötigt, um die Werte eures Charakters rollenspieltypisch zu verbessern.

Und so zieht ihr bald immer weitere Kreise und erforscht nach und nach die riesige, in vier Klima-Zonen unterteilte Spielwelt, geht Nebenquests nach, entdeckt immer neue Anwendungsmöglichkeiten für die Materialen, legt in Dungeons mächtige Endbosse, um an die richtig guten Gegenstände zu kommen, zieht mit gigantischen Belagerungsmaschinen in den Krieg und offenbart allmählich die Hintergrundgeschichte. Das alles könnt ihr alleine angehen oder auf individualisierbaren Servern Online mit oder gegen andere Spieler. Wobei ein Bündnis, trotz aller barbarenmäßger Selbstüberschätzung, nicht nur mit Blick auf die fetten Gegnerbrocken und die immer wieder einfallenden „Purge“-NPC-Horden Sinn ergibt.

Wer sich noch an den Start der Early-Access-Phase erinnern kann, und ob des seinerzeit zurecht kritisierten Kampfsystems dankend abgewunken hat, sollte noch mal einen Blick riskieren. Mit einem ganzen Schwung an Offensiv und Defensiv-Manövern hat sich an dieser Front so einiges getan, so dass die Auseinandersetzungen mittlerweile viel Spaß machen und ihren Teil zur großen Bauen-Kämpfen-Entdecken-Motivationsspirale beitragen, welche die Stunden in „Conan Exiles“ nur so verfliegen lässt. Wer Survival-Spiele mag, wird hier auf jeden Fall seine helle Freude haben.