Für Fans knackiger Action-RPGs sind Anleihen an den Genre-Primus „Dark Souls“ ein starkes Kaufargument. Nicht umsonst spricht man bei ähnlich gearteten Spielen mittlerweile von einem „Soulslike“. Für das im Folgenden getestete „Code Vein“ reicht eine Affinität für diese Spielgattung alleine jedoch nicht aus. Wer ein echtes Problem mit gängigen Anime-Statuten hat, braucht selbst bei einer Vorliebe für die From-Software-Blaupause nicht weiterlesen. Steht ihr andererseits zumindest einigermaßen auf gutem Fuß mit der japanischen Animationskultur, solltet ihr einen Blick wagen. Selbst dann, wenn euch „Dark Souls“, „Bloodborne“ oder „Sekiro“ viel zu schwer waren.

Darum geht’s:

„Code Vein“ macht zu keinen Zeitpunkt einen Hehl daraus, sich spielmechanisch großzügig beim großen Vorbild bedient zu haben. Das bedeutet zuoberst, dass ihr euch auch hier mit einem selbstgestalteten Charakter in Third-Person-Perspektive Schritt für Schritt euren Weg durch eine ebenso verwinkelte wie feindselige Welt erkämpft und euch dabei mit Stahl, Schießpulver und Magie gegen allerlei Feindesgezücht zur Wehr setzt. Anstatt aber auf ein düsteres Fantasy-Setting zu setzen, dient hier eine dystopische Zukunftsvison in Comicoptik als Kulisse, in welcher die menschliche Zivilisation infolge einer im Spiel zu ergründenden Katastrophe in Scherben liegt.

Menschen gibt es ohnehin nicht mehr viele, was nicht nur der Apokalypse geschuldet ist, sondern auch der Tatsache, dass sogenannte Wiedergänger nach deren Blut trachten, um nicht dem Wahnsinn anheimzufallen. Allerdings sind nicht alle, durch einen Parasiten zum Dasein als Vampir verdammten, Bewohner dieser Welt bösartig. So hofft die Gruppe, der ihr euch zu Beginn anschließt, gar einen Weg zu finden, dass Menschen und Wiedergänger in Frieden zusammen leben können. Eine Lösung des Dilemmas mit dem Blutdurst versprechen die geheimnisvollen Blutperlen, deren Quellen, das sogenannte Miasma, in „Code Vein“ die Lagerfeuer von „Dark Souls“ ersetzt.