Das ist schlecht:

Der Detailreichtum, der das Spiel bei der Handlung und einigen Aspekten der Charakterentwicklung erfüllt, setzt sich leider nicht bis in letzter Konsequenz in die Elemente des Gameplays und des Leveldesigns fort: So bleibt die Anzahl und Anwendung der Angriffstechniken simpler als etwa bei einem „Diablo“, mehr als zuschlagen, Ausweichrolle oder Rücksprung ist in Sachen Spielfluss nicht drin. Braucht ein Roguelike aber auch nicht zwangsläufig, „Hammerwatch“ bietet auch nicht mehr.

Auch bei der Gestaltung der Levels und dem Variantenreichtum der Gegner wurde nicht so viel Stellenwert auf die Details gelegt wie bei der wunderschön inszenierten Handlung der Familiensaga: Unschön oft wiederholen sich die von einer finsteren Macht besessenen Gegnertypen oder Fallen und erhalten auch in neuen Biomen und Regionen oftmals nicht mal ein zur Umgebung passendes grafisches Update.

Heißt: Seid ihr in einem der drei visuell unterschiedlichen Gebiete, etwa einer Höhle, in eine Klingenfalle gelaufen, so wird sich diese in der Wüstenkaverne einer anderen Region kaum grafisch unterscheiden. Das könnte manchen Zocker stören. Wer sich von einem Actionrollenspiel massiven strategischen Tiefgang und viele Überraschungen erhofft, bekommt bei „Children of Morta“ also vielleicht nicht das, was er sich gewünscht hat. Dem steht allerdings die tolle Story gegenüber.

Wunderschön inszenierte Fantasy-Saga, deren packende Handlung und einmalig schöne Momentaufnahmen aus dem Leben einer Familie von einem erstklassigen Erzähler und mitreißender Musik begleitet werden. Der Pixel-Art-Look ist in dieser Qualität wohl einzigartig, was sich leider nicht über einige der Spielelemente sagen lässt. Für ein perfektes Action-RPG mangelt es an Überraschungen und Abwechslung, für ein Roguelike ein wenig an der Langzeitmotivation. Wer das Spiel aber vor allem wegen seiner Schönheit und der Charaktere spielt, erhält hier die ästhetische Vollbedienung!

„Children of Morta“ ist am 3. September für den PC (Steam) erschienen, Switch-, PS4- und Xbox-One-Besitzer dürfen ab dem 15. Oktober 2019 loslegen.