Das ist schlecht:

An der Kampagne werden sich die Gemüter scheiden. Vieler der harten Szenen hätte es sicherlich nicht bedurft und da nach wie vor ein arg zynischer Tonfall herrscht, der brutale Tode auch gerne mal von Seiten der „Guten“ mit einem höhnischen Witzchen kommentiert, hat man immer wieder Bauchschmerzen beim Spielen. Natürlich liegt dies ausdrücklich im Sinne der Macher. Und ja, Krieg ist verdammt schmutzig, warum also beschönigen? Zumal wir das ebenso kritisiert hätten.

Das Problem ist halt, dass im Zuge der Story keinerlei Reflexion der Protagonisten spürbar ist, die in Form einer Charakterentwicklung inhaltlich dargestellt wird. Die Figuren bekommen einen brutalen Schlag und antworten mit genau der gleichen Brutalität. Nun könnte man argumentieren, dass damit gezeigt werden soll, dass es im Krieg eben keine gute Seite im eigentlichen Sinne gibt. Aber so ganz wollte uns das Gefühl nicht verlassen, dass so manche Szene eher selbstzweckhaft eingebaut wurde.

Ansonsten bekommt ihr zwar eine imposante Kampagne geliefert, die sich mehr als sehen lassen kann, an die dramaturgischen Sphären des Originals reicht das Reboot aber nicht heran. Dafür ist das Missionsdesign trotz all der Abwechslung einfach nicht mehr originell genug. Außerdem sind fünf Stunden Spielzeit dann doch recht kurz.

Ein furioses Comeback! Das Reboot der ruhmreichen „Modern Warfare“-Reihe serviert euch eine Kampagne, die einerseits zwar schwer zu schlucken ist, sich dafür aber eben auch verdammt authentisch anfühlt und vor allem ohne überzogenen Michael-Bay-Krawall zu überzeugen weiß. Online wird für Multiplayer zudem ein fettes Paket geschnürt, das mit einigen, für die „CoD“-Reihe fast schon revolutionären Überraschungen hinsichtlich der Spielmodi aufwarten kann. Eindeutig das beste „Call of Duty“ der letzten Jahre!

„Call of Duty: Modern Warfare“ ist für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.