Nach ‘Battlefield 1’ und ‘Titanfall 2’ betritt mit ‘Call of Duty: Infinite Warfare’ nun der letzte große Superstar den diesjährigen Shooter-Ring! Unter denkbar schlechten Voraussetzungen, war der Einmarsch des Platzhirsches doch von vielen Buhrufen begleitet worden. Zu Unrecht wie sich nun zeigt. Doch lest selbst.

Darum geht's:

‘Infinite Warfare’ siedelt das Spielgeschehen bekanntermaßen im Weltraum an. Denn wie das mit den Menschen nun einmal so ist, kommt es im Zuge der Kolonialisierung der Planeten und Monde des Sonnensystems zu militärischen Konflikten. Die Siedler wenden sich gegen den eigenen Heimatplaneten und formieren sich unter der Führung von Admirals Salen Kotch (gespielt von Kit „Jon Snow“ Harington) zur Settlement Defense Force (SDF). Diese attackiert die United Nations Space Alliance (UNSA) auf der Erde mit einem mächtigen Schlag und ihr findet euch plötzlich in der Rolle des Kommandanten der „Retribution“ wieder, eines der letzten großen Schlachtschiffe, die nach dem Angriff noch übrig sind. Fortan ist es an euch, Captain Nick Reyes, den Separatisten zu zeigen, welcher Planet die größten Bäume hat!

Das ist gut:

Die Kampagne von ‘Infinite Warfare’ gestaltet sich angenehm abwechslungsreich. Missionen zu Fuß wechseln sich mit unkompliziert zu spielenden Raumgefechten in eurem wendigen ‘Jackal’-Kampfjäger ab. Dazwischen bewegt ihr euch auf der Brücke der Retribution und dürft dort aus diversen Nebenmissionen wählen, um eine Most-Wanted-Liste abzuarbeiten sowie dauerhafte Verbesserungen für euren Charakter freizuschalten. Daneben könnt ihr euch noch euren sympathischen Gefährten widmen, in Personaldossiers stöbern oder euch die aktuellen Nachrichten reinziehen. Allen Unkenrufen über das futuristische Setting zum Trotz, läuft die acht- bis zehnstündige Kampagne wie ein gut geschmierter Motor ohne große Aussetzer mit 60 Bildern pro Sekunde, ist bombig inszeniert und macht vor allem verdammt viel Spaß!

Passionierte Online-Spieler sollten also ruhig mal einen Blick riskieren, wenn sie ob des gigantischen Umfanges des Mehrspieler-Parts überhaupt Zeit finden. Ihr dürft hier nämlich aus ganzen 15 verschiedenen Spielvarianten (darunter zwei Neuzugänge) und sechs verschiedenen Kampfanzügen wählen, welche die Spezialisten-Klassen aus ‘Black Ops 3’ ablösen. Neben den dafür freischaltbaren passiven und aktiven Fähigkeiten gibt es noch eine schier unüberschaubare Zahl an optischen Modifikationen, Gesten, Visitenkarten, Perks und zig Waffen mit unterschiedlichem Seltenheitswert. Diese, sowie Rohstoffe zur Herstellung ganz besonders edler Ballermänner, findet ihr in Kisten, welche ihr mit in Matches verdienten Schlüsseln öffnet. Hat da jemand ‘Borderlands 2’ gesagt? Des Weiteren könnt ihr euch für eines von vier verschiedenen Squads entscheiden, die im Laufe der Zeit, wenn ihr im Rang aufsteigt, ebenfalls jeweils einzigartige Ausrüstungsgegenstände freischalten.
Als wäre das alles noch nicht genug, dürft ihr auch wieder im Koop-Modus mit vier Leuten auf Zombiejagd gehen. Diesmal in einem coolen 80er-Jahre-Freizeitpark, vollgestopft mit amüsanten Klischees, Eastereggs und coolen Ideen. Wer wollte nicht schon einmal nach dem Ableben an alten 8-Bit-Arcade-Automaten neue Lebensenergie erspielen oder David Hasselhoff als Moderator lauschen?

Das ist schlecht:

Da holt man sich schon einen Star wie Kit Harington ins Raumschiff und dann lässt man das Potenzial seiner Figur ungenutzt. Wir wollen nicht zu viel verraten, doch irgendwie hätten wir uns den großen Showdown zwischen Salen Kotch und Nick Reyes etwas … hm, sattmachender gewünscht. Zudem hat man sich im Hause Infinity Ward mit der Kampagne zwar sichtlich Mühe gegeben, doch nur weil man das Stammgericht in einem anderen Teller serviert bekommt, schmeckt es nicht anders. Man verlässt sich auf das übliche ‘Call of Duty’-Rezept und bewegt sich damit letzten Endes auch wieder nur auf ausgelatschten Pfaden. Dass es auch anders gehen kann, hat jüngst ‘Titanfall 2’ eindrucksvoll bewiesen. Und dass man die Kisten, in welchen sich die wirklich fette Ausrüstung finden lässt, auch mit Echtgeld erwerben kann, hinterlässt – wie immer in solchen Fällen –, einen bitteren Nachgeschmack. Aber womöglich sind wir auch einfach nur zu altmodisch, was das betrifft …

P.S.: Während wir Infinity Ward auf der Playstation 4 attestieren, das Letzte aus ihrer aktuellen Grafik-Engine herausgeholt zu haben, können wir keine Aussagen zur technischen Qualität der Xbox-One-Version machen, da uns hierfür leider kein Testmuster zur Verfügung stand.

‘Call of Duty: Infinite Warfare’ ist ab sofort für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

Mehr Shooter geht kaum! Infinity Ward schnürt ein ebenso umfangreiches wie qualitativ hochwertiges Gesamtpaket, das euch gut und lange unterhalten wird. Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Kampagne echt geil geworden! Unser Favorit ist und bleibt aber der saucoole 80er-Jahre-Zombie-Freizeitpark mit David Hasselhoff!