Pünktlich wie das Christkind steht auch dieses Jahr wieder Call of Duty in den Händlerregalen und möchte von Lemmingen gekauft werden, die bereits letztes, vorletztes und all die anderen Jahre zuvor zugegriffen haben. Dieses Jahr ist Call-of-Duty-Erfinder Infinity Ward wieder an der Reihe, uns zu zeigen, was sie für das größte Videospielfranchise in petto haben. Ob die Rechnung aufgegangen ist?

Darum geht’s:

Die Vereinigten Staaten liegen in Schutt und Asche. Eine Gruppierung namens 'Föderation' hat das Land zehn Jahre zuvor mit einem Großangriff lahmgelegt. Jetzt versuchen die letzten Überreste des amerikanischen Militärs, den Feind zurückzudrängen. Darunter die Elite-Einheit 'Ghosts', die gemeinsam mit Hund Riley den USA den Frieden und die Freiheit wiedergeben will. Die Helden des Spiels bleiben ebenso farblos wie die Feinde. Das ist man von der Reihe zwar gewöhnt, jedoch haben Treyarch mit ihren letzten beiden Spielen bewiesen, dass es auch anders geht.

Das ist gut:

Infinity Ward hat es mit Ghosts dem Konkurrenzteam von Treyarch gleichgetan und sich für die Story tatkräftige Unterstützung aus Hollywood geholt. Dies tut nicht nur der Geschichte, sondern vor allem auch der Inszenierung der Einzelspielerkampagne gut. An allen Ecken bebt und kracht es, wie es für sich für einen COD-Titel nun einmal gehört. Das altbekannte, schnelle Gameplay bietet im Solo- wie auch im Onlinemodus wieder knallharte Action, die das Blut zum Kochen bringt. Statt eines Zombie- oder Spec-Ops-Modus erhalten Käufer von Ghosts Zugang zum sogenannten Extinction-Modus. Der ist dem Zombie-Modus aus Black Ops recht ähnlich und schickt uns und einige Mitstreiter gegen Aliens ins Rennen. Stundenlanger Spaß ist hierbei, genauso wie beim normalen Mehrspielermodus, vorprogrammiert.

Das ist schlecht:

Stundenlangen Spaß wird man mit der Kampagne leider nicht erleben, denn nach nur wenigen Stunden läuft der Abspann über den Bildschirm. Spieler, die auf Mehrspielermodi verzichten können, sollten es sich zweimal überlegen, ob sie das viele Geld für ein paar Stunden Spaß opfern wollen. Zumal man viele der Spielabschnitte bereits anders schon einmal in den Vorgängern erlebt hat. Auch technisch ist Ghosts ebenfalls nicht auf der Höhe der Zeit – obwohl es ansprechender aussieht als Black Ops 2. Das was es uns präsentiert, präsentiert es gut, aber heutzutage steckt da einfach mehr Potenzial drin. Das weiß mit Sicherheit auch Activision. Wie bereits erwähnt, hat sich das Entwicklerteam Unterstützung aus Hollywood geholt, um die Handlung zu inszenieren. Diese kommt bei aber bei weitem nicht an die Geschichte eines Black Ops oder Black Ops 2 heran. Dafür sind die Figuren einfach zu austauschbar.

Fans der Reihe werden sich die Hände reiben und vermutlich ohnehin bereits ein Exemplar im Regal stehen haben. Auch Ghosts macht das, was die Call-of-Duty-Spiele ausmacht, gut. Darüber hinaus muss man sich jedoch die Frage stellen, ob es mit der Activision-Shooter-Herrschaft demnächst vorüber ist.